Vinzenz von Beauvais

Vinzenz von Beauvais (auch Vincent de Beauvais, latinisiert Vincentius Bellovacensis; * zwischen 1184 und 1194; † um 1264 in Beauvais) war ein französischer Gelehrter, Pädagoge und Dominikaner. Er war der Verfasser des Speculum maius, der umfassendsten Enzyklopädie des Mittelalters, die mehrfach zwischen 1240 und 1260 umgearbeitet wurde und in der Endfassung aus den drei Teilen Speculum naturale, Speculum doctrinale und Speculum historiale besteht.

Er war Vertrauter, Kaplan und Bibliothekar von König Ludwig IX. und Erzieher von dessen Söhnen. Seine Werke sind auch für die Geschichte der Alchemie von Bedeutung, da er über 350 alchemistische Autoren zitiert[1]. Er benutzt neben antiken Autoren wie Platon, Plinius der Ältere und Pedanios Dioskurides und spätantiken (wie Isidor von Sevilla) auch viele arabischsprachige Autoren (wie Avicenna und Rhazes).

Sein Werk diente unter anderem Geoffrey Chaucer als Quelle.

Vinzenz studierte in Paris und trat dort vor 1223 in den Dominikanerkonvent St. Jacques ein, welcher später dem 1225 gegründeten Konvent in Beauvais zugeordnet wurde. Ab etwa 1247 wurde er Bibliothekar am Hof von König Ludwig IX.[2]

Die vierbändige Gesamtausgabe Speculum quadruplex (mit den Speculum morale) erschien 1624 in Douai und wurde 1964/65 in Graz nachgedruckt.[3]

Vincentius Bellovacensis: Speculum maius (Straßburg: Johann Mentelin 1473, Teil 3: Speculum historiale)
Vinzenz von Beauvais, Speculum historiale in einer Handschrift von 1340. Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. Lat. 1966, fol. 339v