Thomas Keiderling

Thomas Keiderling (* 1967 in Berlin) ist ein deutscher Historiker und Medienwissenschaftler.

Keiderling wuchs in Berlin auf. Von 1989 bis 1995 studierte er Geschichte, Journalistik und Kulturwissenschaften an den Universitäten Leipzig und Newcastle upon Tyne (Vereinigtes Königreich). Später absolvierte er ein berufsbegleitendes Fernstudium der Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin. 1999 promovierte er zum Dr. phil. an der Universität Leipzig. Im Rahmen einer Firmengeschichte war er 2002/2003 im Mannheimer und Leipziger Lexikonverlag Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus beschäftigt. Im Zeitraum von 1997 bis 2012 arbeitete er zunächst als Lehrbeauftragter und schließlich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, wo er 2010 auch habilitierte. 2012 bis 2015 erschloss er das Verlagsarchiv Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin / Verbunddatenbank Kalliope.

Wiederholt kuratierte Keiderling Fachausstellungen, so im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, im Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches Leipzig oder im Museum für Kommunikation Berlin (Neugestaltung der Dauerausstellung 2012/2013). Seit 2018 ist er Leitender Kurator des Deutschen Genossenschaftsmuseums Delitzsch.

Als Autor veröffentlichte er zahlreiche Publikationen zur Buch- und Verlagsgeschichte, deutschen Industrialisierung sowie biografischen Unternehmerforschung des 19. und 20. Jahrhunderts. Ein Themenschwerpunkt liegt dabei auf der Analyse des Unternehmerverhaltens im Dritten Reich. Ebenso gab Keiderling ein dreibändiges „Lexikon der Medien- und Buchwissenschaft“ (2016–2018) heraus.

Thomas Keiderling ist seit 2004 Korrespondierendes Mitglied der Historischen Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (gegr. 1876) und schreibt an der „Geschichte des deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert“ mit. 2015 erhielt er zwei Stipendien zur Erforschung des Verlegers und Enzyklopädisten Joseph Kürschner am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt und an der Klassik Stiftung Weimar.