St. Kitts und Nevis

St. Kitts und Nevis (in der Bundesrepublik Deutschland amtlich Föderation St. Kitts und Nevis, dagegen in der Republik Österreich und in der Schweiz amtlich St. Kitts und Nevis,[6] englisch Saint Kitts and Nevis, auch offiziell Saint Christopher and Nevis[7], deutsch Sankt Christopher und Nevis) ist ein föderaler Inselstaat auf den Kleinen Antillen in der östlichen Karibik. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Basseterre; Amtssprache ist Englisch.

Der Staat gehört mit seinen etwa 53.000 Einwohnern und einer Fläche von 261 Quadratkilometern zu den zwölf kleinsten allgemein anerkannten Staaten der Erde. Namensgebend sind die beiden Inseln St. Kitts und Nevis. Er ist Mitglied des Commonwealth of Nations und der Vereinten Nationen.

Der erste bekannte Name von St. Kitts war Liamuiga, das fruchtbare Land, wie es die hier ursprünglich ansässigen karibischen Kalinago nannten.[8] Christoph Kolumbus, der erste Europäer, der die Insel entdeckte, soll sie nach seinem Schutzheiligen Christophorus San Cristóbal genannt haben, wie sie bis ins 17. Jahrhundert hieß. Die ersten englischen Kolonisten übersetzten dies zu St. Christopher's Island. Eine im 17. Jahrhundert geläufige Abkürzung für Christopher war Kit bzw. Kitt; so wurde die Insel informell Saint Kitt's Island genannt, später weiter verkürzt zu Saint Kitts.[9]

Nevis wurde von den Kalinago Oualie genannt, das Land der schönen Wasser. Kolumbus gab der Insel den Namen San Martín nach (St. Martin). Der heutige Name stammt vom spanischen Namen Nuestra Señora de las Nieves, Unsere Dame des Schnees, was sich auf ein aus dem 4. Jahrhundert in der katholischen Erzählung überliefertes Wunder bezieht: ein sommerlicher Schneefall auf dem Hügel Esquilin in Rom. Nach heutiger Interpretation wurde dieser Name durch die Sicht auf den Gipfel des heute Nevis genannten Berges inspiriert, der üblicherweise von Wolken umweht wird, was als Kontrast zum heißen Klima empfunden wurde.[10]

Heute nennt die Verfassung den Staat sowohl Saint Kitts and Nevis als auch Saint Christopher and Nevis; gewöhnlich wird ersteres verwendet, der zweite Begriff normalerweise nur im diplomatischen Verkehr. Häufig (auch auf der Regierungs-Website) wird die Abkürzung SKN verwendet.

St. Kitts und Nevis liegen bei 17° 20′ 0″ N, 62° 45′ 0″ W in der östlichen Karibik (früher auch Westindien genannt) und sind Teil der Inselkette der kleinen Antillen, darin der Untergruppe Inseln über dem Winde, darin der nördlichen Untergruppe der Leeward Islands. Nordwestlich schließen Sint Eustatius, Anguilla, die Jungferninseln und Puerto Rico an, südöstlich Antigua und Barbuda, Montserrat und Guadeloupe.

St. Kitts hat eine Fläche von 168,4 km2. Die Insel Nevis ist durch einen drei Kilometer breiten Kanal von St. Kitts getrennt und hat eine Fläche von 93,2 km². In der Meerenge zwischen beiden Inseln liegt das Eiland Booby Island mit etwa 10 km². Die gemeinsame Landfläche beträgt 270 km², die gesamte Küstenlänge 135 km. Die maritime Ausschließliche Wirtschaftszone des Staates umfasst 20.400 km².[11][12]

St. Kitts und Nevis liegen mit der Inselkette der kleinen Antillen am östlichen Rand der Karibischen Platte, in der Subduktionszone, in der die Südamerikanische Platte durch die Plattentektonik unter die Karibische Platte geschoben wird. Die Subduktion führt seit Millionen von Jahren zu vulkanischer Aktivität und Erdbeben, die bis heute vorkommen (s. Erdbeben in den kleinen Antillen 1974). Wie die gesamte Inselkette sind auch St. Kitts und Nevis durch Vulkane entstanden. St. Kitts ist relativ jung, im Miozän vor ca. 50 Millionen Jahren entstanden, Nevis noch jünger mit einem vermuteten Entstehungszeitraum vom mittleren Pliozän (vor 3,45 Millionen Jahren) bis zum Pleistozän. Wie die anderen Inseln sind sie die Gipfel von Unterwasserbergen, die durch Anhäufung von Magma entstanden.

St. Kitts besteht fast ausschließlich aus vulkanischen Gesteinen wie Andesit und Dazit. Die Insel besteht aus drei Vulkangruppen, die durch tiefe Schluchten voneinander getrennt sind. Der höchste Berg ist der 1156 m hohe Mount Liamuiga, vormals Mount Misery. Er ist ein inaktiver Vulkan, der u. a. Basalt und Andesit aufweist und zuletzt im Jahr 160 ausbrach.[13]

Auch Nevis wird von mehreren Eruptionszentren gebildet. Geologisch können vier Gebiete unterschieden werden: die eruptiven Zentren, vulkanische Gesteine (Pyroklast, Lahar), Fluss- und See-Ablagerungen sowie Strandterrassen. Die höchste Erhebung der Insel Nevis ist der Nevis Peak mit 985 m, ein inaktiver Vulkan, der zuletzt im Holozän ausbrach.[14]

Auf den Inseln herrscht heißes, tropisches Klima, durch Passatwinde gemildert. Die Trockenzeit dauert von Januar bis April. Im Sommer und zum Jahresende ist die Niederschlagsmenge höher und variiert je nach Höhenlage. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 1400 mm[15], Hauptregenzeit ist von Mai bis Oktober. Wirbelstürme können zwischen August und Oktober auftreten.

Die Nationalpflanze des Landes ist der Flammenbaum. Häufig vorkommende Pflanzen sind u. a. eine Variante der Palmettopalme, Hibiskus, Bougainvillea und Tamarindenbaum. In den dichten Wäldern der Inseln ist eine Kiefern-Variante häufig, dazu verschiedene Farn-Varianten.[16]

Der Braunpelikan gehört zu den Nationalsymbolen des Landes. Insgesamt sind 176 Vogelarten beschrieben worden.[17]

Auf den beiden Inseln leben rund 46.000 Menschen (Volkszählung 2011).

Im Jahre 2017 waren 13,7 % der Bevölkerung Migranten. Gleichzeitig sind noch mehr Personen emigriert.[18][19]

Größte Ethnien sind die Schwarzen (90,4 %), Menschen mit gemischtethnischem Hintergrund (5,0 %), Südasiaten (3,0 %) und Weiße (einschließlich Briten, Libanesen und Portugiesen 1,0 %).

Die Amtssprache der Föderation ist Englisch. Jedoch werden oft kreolische Dialekte gesprochen.

Die Mehrheit der Bewohner sind Anglikaner (36 %) und Methodisten (32 %). Weiter gibt es noch Katholiken (12 %), Herrnhuter (9 %) und 40 verschiedene weitere Religionsgemeinschaften.

Die ersten Bewohner kamen ca. 3000 Jahre v. Chr. auf die Inseln. Diese Einwohner kannten noch keine Landwirtschaft oder Keramik und kamen wahrscheinlich aus Florida. Diese Jäger und Sammler verschwanden später wieder.

Um 400 v. Chr. kamen die Saladoiden, die bereits Landwirtschaft und Keramik kannten. Sie stammten vom Delta des Orinoco im heutigen Venezuela.

Etwa 800 n. Chr. wurden sie verdrängt durch die Igneri, die zu den Arawak gehören.[22]

1300 kamen die Kalinago auf die Inseln und verdrängten die Igneri in Richtung Große Antillen. St. Kitts nannten sie Liamuiga (fruchtbare Insel) und Nevis Oualie (Land des schönen Wassers). Die Einheimischen hatten Handelsbeziehungen mit Einwohnern der heutigen Virgin Islands und Puerto Ricos.

Die beiden Inseln wurden 1493 auf der zweiten Reise von Christoph Kolumbus für die Europäer entdeckt, aber erst am Anfang des 17. Jahrhunderts besiedelt.

Die ersten Kolonisten waren 1623 die Briten, die unter Sir Thomas Warner (1580–1649) mit Erlaubnis der Kalinago unter Häuptling Ouboutou Tegremante die Siedlung Old Road Town an der Westküste von St. Kitts gründeten.[23] 1625 gründeten die Franzosen unter Pierre Belain d’Esnambuc eine Siedlung auf St. Kitts. In der Folge vereinbarten beide Seiten die Aufteilung der Inseln in einen französischen und einen englischen Sektor.

Nach der anfänglichen Zustimmung der Kalinago begannen diese die fortdauernde europäische Expansion und die Übernahme der ganzen Insel zu fürchten. Nach ersten Konfrontationen habe Häuptling Tegremante 1626 ein Bündnis mit karibischen Stämmen anderer Inseln geplant, die nachts mit Kanus kommen sollten, um gemeinsam die britischen und französischen Siedlungen anzugreifen. Der Plan sei durch eine Kalinago-Frau verraten worden und die Europäer vereinten daraufhin ihre Kräfte zu einem Erstschlag, der durch den Mönch Jean-Baptiste Du Tertre als Völkermord an den Kalinago von 1626 überliefert ist. Sie luden die Kalinago zu einem Fest ein und vergifteten viele. Als die überlebenden Kalinago in ihr Dorf zurückkehrten, griffen die Europäer sie an und töteten weitere 120 im Schlaf, darunter auch Tegremante. Am folgenden Tag wurden etwa 4000 Kalinago von den Siedlern in das Gebiet Bloody Point und Bloody River gedrängt, wo die Kalinago sich ergeben wollten, aber etwa 2000 von ihnen massakriert wurden, Jean-Baptiste Du Tertre berichtet von „Stapeln von Leichen“. Auf der Seite der Kolonisten wurden etwa 100 Tote verzeichnet. Die überlebenden Kalinago flüchteten in die Berge und wurden später teils versklavt, teils 1640 zur Übersiedlung nach Dominica gezwungen.[24][25]

Ab diesem Zeitpunkt führten die Europäer großräumige Rodungen durch, legten Zuckerrohrplantagen an und importierten große Zahlen an afrikanischen Sklaven, was die Bevölkerungsstruktur der Insel völlig veränderte. 1628 begannen die Briten auch auf Nevis zu siedeln.

1629 bis 1630 waren die Inseln für kurze Zeit in spanischem Besitz. Im Rahmen des Englisch-Spanischen Kriegs (1625–1630) eroberten Truppen unter Fadrique Álvarez de Toledo y Mendoza in der Schlacht von St. Kitts die Inseln und zerstörten die Siedlungen, viele Kolonisten flohen in die Berge, wandten sich auf anderen karibischen Inseln der Piraterie zu oder kehrten in ihre Heimatländer zurück. Bereits 1630 erlaubten die Spanier mit dem Frieden von Madrid ihre Rückkehr und 1670 mit dem Vertrag von Madrid gestanden sie den Engländern die Hoheit über St. Kitts und Nevis zu; als Gegenleistung versprachen die Engländer Unterstützung gegen die Piraterie.

Mit dem Abstieg des Spanischen Imperiums entstand ein Machtvakuum, das die Briten und Franzosen nutzten. Hierbei wurde St. Kitts die Schlüsselstellung der Engländer und Franzosen bei ihrer Expansion in die Karibik. Von hier aus besiedelten die Briten Antigua, Montserrat, Anguilla and Tortola, und die Franzosen Martinique, Guadeloupe und Saint Barthélemy. In der Folge wurden die Inseln ein ständiger Streitpunkt zwischen Frankreich und England, die darüber mehrere Kriege 1667, 1689–1690 sowie 1701–1713 führten; dadurch und unter einem Erdbeben 1690 sowie einem Hurrikan 1707 litten die Inseln. 1707 schufen die Engländer durch die Einverleibung Schottlands das stärkere Vereinigte Königreich. Schließlich gestanden die Franzosen 1713 im Frieden von Utrecht Briten die Hoheit über St. Kitts zu.

St. Kitts war nun trotz aller Rückschläge zur reichsten karibischen Kolonie des aufstrebenden Britischen Weltreichs geworden.

1782 nutzten die Franzosen den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, um St. Kitts zu erobern, gaben es aber 1783 wieder zurück.

1807 setzte sich in Großbritannien die Abolitionismus-Bewegung durch, das britische Empire verbot mit dem Slave Trade Act den Sklavenhandel und verbot 1833 mit dem Slavery Abolition Act die Sklavenhaltung. Auf St. Kitts wurden 19.780 und auf Nevis 8.815 Sklaven befreit.

1882 schloss man die beiden Inseln mit dem nahegelegenen Anguilla zu einer Föderation mit dem Namen St. Christopher-Nevis-Anguilla zusammen.

Zwischen den Jahren 1929 und 1930 stürzte die Weltwirtschaftskrise das Land in wirtschaftliche und politische Schwierigkeiten. Nachdem 1930 Gewerkschaften und Parteien entstanden und 1935 einen Generalstreik durchführten, führte man 1952 das allgemeine und gleiche Wahlrecht ein und damit auch das Frauenwahlrecht.[26] 1958 erfolgte der Beitritt zur Westindischen Föderation, die bis 1962 existierte.

1967 erhielten die Inseln einen Autonomiestatus vom Vereinigten Königreich. Für die Einwohner Anguillas gingen diese Regelungen nicht weit genug, deshalb trat Anguilla faktisch aus der Konföderation aus, blieb jedoch auf dem Papier angeschlossen.

Am 19. September 1983 entließ die britische Krone St. Kitts und Nevis in die Unabhängigkeit. Danach gab es wegen einer Pattsituation im Parlament eine Minderheitsregierung, was das Land destabilisierte.

Ende der 1990er Jahre gab es Unabhängigkeitsbestrebungen von Seiten der Insel Nevis, die Nevis benachteiligt sahen und eine Loslösung von St. Kitts forderten. Diese Forderung fand bei einem Volksentscheid eine Zustimmung von 62 %, verfehlte damit jedoch die ausreichende Mehrheit von zwei Dritteln der Insulaner.

Die Zuckerbranche, jahrhundertelang wesentliche Einkommensquelle der Insel, war seit Jahrzehnten im Abstieg begriffen; das staatseigene Unternehmen zur Zuckerverarbeitung überlebte nur noch durch staatliche Subventionen und wurde 2005 endgültig eingestellt.

Die Verfassung des Landes wurde am 26. Juni 1983 beschlossen und trat mit dem Datum der Unabhängigkeit am 19. September 1983 in Kraft.[27] Sie definiert das Land als eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth of Nations mit föderativer Struktur, Staatsoberhaupt ist damit der britische Monarch, derzeit Königin Elisabeth II. Vertreten wird sie durch einen Generalgouverneur. Seit dem 1. September 2015 hat dieses Amt Sir Samuel Weymouth Tapley Seaton inne.

Es besteht eine Nationalversammlung mit elf gewählten Repräsentanten und drei vom Generalgouverneur ernannten Senatoren. Von den elf gewählten Sitzen sind acht für St. Kitts und drei für Nevis vorgesehen. Von den drei Senatoren werden zwei vom Premierminister und einer vom Oppositionsführer vorgeschlagen. Die Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. Premierminister und Kabinett sind der Nationalversammlung gegenüber rechenschaftspflichtig.

Nevis hat daneben ein eigenes, halb autonomes Parlament mit drei ernannten und fünf gewählten Mitgliedern.

Die höchste juristische Instanz für St. Kitts ist der Privy Council in London. In der regionalen Gerichtsbarkeit teilen sich St. Kitts und Nevis mit acht benachbarten Inselstaaten seit 1967 einen gemeinsamen Gerichtshof, den Eastern Caribbean Supreme Court mit Sitz in Castries in St. Lucia. Er besteht aus dem Obersten Gerichtshof (High Court of Justice), das u. a. Verfassungs- und Menschenrechtsfragen behandelt, sowie dem Berufungsgericht (Court of Appeal). Gebildet wird er aus einem vorsitzenden Richter (chief justice) und vier Berufungsrichtern (justices of appeal) am Hauptsitz sowie 19 Obersten Richtern (High Court judges), die in den neun Mitgliedsländern residieren. Auf örtlicher Ebene bestehen die untersten Gerichte (magistrates’ courts), die einfache Fälle verhandeln.[28]

Die Regierung besteht aus einem Premierminister und seinem Kabinett, dem (Stand 2022) 17 Ministerien unterstehen.[29] Bei den Parlamentswahlen am 16. Februar 2015 wurde der seit 20 Jahren[30] regierende Premierminister Denzil Douglas (SKNLP) von dem früheren Außenminister Timothy Harris (PLP) abgelöst. Dessen People’s Labour Party ging eine Koalition mit dem Concerned Citizens’ Movement und dem People’s Action Movement ein.[31]

St. Kitts und Nevis hat wie auch die anderen ehemaligen britischen Kolonien in der Karibik das britische Rechtssystem übernommen. Die im ehemaligen Mutterland vor 40 Jahren vollzogene Abschaffung der Todesstrafe wurde jedoch nicht umgesetzt. Der Privy Council hob über die Jahre mehrere verhängte Todesurteile auf.

Die Hauptstadt ist Basseterre auf St. Kitts. Die zweitgrößte Stadt ist Charlestown auf Nevis.

St. Kitts und Nevis gliedert sich in 14 Verwaltungsbezirke (Parishes), davon neun auf St. Kitts und fünf auf Nevis. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 14. Mai 2001.

Quelle: Government of Saint Kitts and Nevis, Ministry of Sustainable Development, Department of Statistics

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von geschätzt umgerechnet 333,3 Millionen US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 370,4 Millionen US-Dollar gegenüber.[32] Die Staatsverschuldung betrug 2013 rund eine Milliarde US-Dollar oder 83 % des BIP.[32]

Im Dezember 2008 entschied die Regierung, wieder die Todesstrafe vollstrecken zu lassen, indem der wegen Mordes verurteilte Charles Elroy Laplace gehängt wurde. Damit versuchte die Regierung, die hohe Kriminalitätsrate zu bekämpfen, die St. Kitts zu einem der Länder mit den meisten Tötungsdelikten pro Einwohner (2008: 45 Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner[33]) macht. Im Fall Charles Elroy Laplace verstrich die Einspruchsfrist beim Privy Council ungenutzt.[34]

Das Land ist Mitglied der CARICOM, der OECS, der OAS und gehört zu den Trägern der Universität der Westindischen Inseln.

Dem Ministerium für nationale Sicherheit unterstehen (Stand 2022):

Bis etwa 1970 war der Anbau und die Verarbeitung von Zucker der wichtigste Wirtschaftszweig der Inseln, seitdem schrieben die in Staatsbesitz befindlichen Betriebe nur noch Verluste und trieben die Staatsverschuldung des Landes auf über eine Milliarde US-Dollar, gemessen am Bruttoinlandsprodukt einen der höchsten Werte weltweit. 2005 wurde daher die Zuckerverarbeitung eingestellt, seitdem sieht sich das Land gestiegener Arbeitslosigkeit gegenüber und einem Druck, die Wirtschaft schnell neu zu strukturieren. Angedacht sind dabei etwa Finanzdienstleistungen, Tourismus oder exportorientierte Industrien. Exporte und Tourismuseinnahmen können die Importe bei weitem nicht decken, das Land wies 2010 ein Leistungsbilanzdefizit von 139 Millionen US-Dollar auf.[36] Haupthandelspartner sind die USA.[36]

Die Wirtschaft von St. Kitts und Nevis ist stark vom Tourismus abhängig, 2009 wurde das Land von 200.000 zumeist US-amerikanischen Touristen besucht. Der Dienstleistungssektor trägt daher zu drei Vierteln des Bruttoinlandsprodukts von 1.459 Millionen US-Dollar (kaufkraftbereinigt, 2016) bei. Die Industrie trägt etwa ein Viertel bei, die Landwirtschaft mit etwa 2,5 % der Wirtschaftsleistung kaum noch von Bedeutung. Das BIP pro Kopf liegt über dem weltweiten Durchschnitt.

Landwirtschaft wird (Stand 2022) auf etwa 39 % der Landesfläche betrieben. Hauptsächliches Produkt von St. Kitts ist Zuckerrohr, an zweiter Stelle stehen Erdnüsse. Auf Nevis sind Baumwolle und Kokosnüsse die Hauptanbauprodukte. Auf beiden Inseln werden Süßkartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Kohl, Karotten und Broftrucht für den lokalen Markt angebaut, v. a. von Kleinbauern.[37]

In der Viehwirtschaft werden mehrere zehntausend Schafe, Ziegen, Rinder und Schweine gehalten.[38]

Die Fischerei wird in kleinem Umfang und mit traditionellen Methoden wie strandnahen Ringnetzen, Reusen und Ruten betrieben. Im Jahr 2000 wurden 257 Tonnen Seetiere gefangen (1990 waren es noch 620 Tonnen), z. B. Hummer.[39]

Forstwirtschaft: Beide Insel weisen kleine tropische Wälder auf, u. a. mit Palmen, Flammenbäumen und Palmettopalmen. Etwa 11 % der Landesfläche besteht aus Wäldern. Forstprodukte erwirtschafteten im Jahr 2000 knapp 1,8 Millionen USD.[40]

Es dominiert die Produktion einfacher Konsumgüter wie Textilien und Schuhe sowie die Nahrungsmittelverarbeitung. Dieser Sektor trägt (Stand 2022) zu 8–10 % zum BIP bei, bietet über 2000 Arbeitsplätze, was 8,54 % der Erwerbstätigen ausmacht, und trägt zum Export bei.[41]

St. Kitts strebte an, bis 2017 einen Antei von 60 % an erneuerbaren Energien zu erreichen.[42] Nach Angaben der IRENA lag 2018 der Anteil der erneuerbaren Energie in St. Kitts und Nevis bei 1 %.

Ein Teil der Fischereiprodukte (v. a. Hummer) wird in die niederländischen Antillen und Puerto Rico exportiert, im Jahr 2000 für einen Wert von 245.000 USD. Da die eigene Fischerei den lokalen Bedarf nicht deckt, werden große Mengen trockenen, gesalzenen, geräucherten oder gefrorenen Fischs aus Kanada und den USA importiert.[43]

Schmuggel: St. Kitts und Nevis ist nach Einschätzung der CIA ein Umschlagplatz für den Drogenhandel (Kokain, Marihuana) zwischen Südamerika und Nordamerika, Europa und dem Rest der Karibik.[44]

St. Kitts nennt sich die finanzwirtschaftliche Hauptstadt der östlichen Karibik, es beheimatet diverse Unternehmen dieses Sektors.[51]

Die Hauptstadt Basseterre verfügt mit Port Zante über ein Kreuzfahrtterminal, das in fußläufiger Entfernung zur historischen Altstadt liegt. Der Kreuzfahrthafen wird von allen bekannten Kreuzfahrtgesellschaften angefahren.[52] Der Kreuzfahrttourismus wuchs von relativ geringer Bedeutung zu Beginn der 2000er-Jahre teilweise sprunghaft an. Hierzu trug natürlich auch der Ausbau der Hafeninfrastruktur bei. Die meisten Kreuzfahrtschiffe legen morgens früh an und bleiben bis in die späten Nachmittagsstunden, sodass es sich um reine Tagesgäste handelt.

Im Jahre 2018 wurde der bisherige Höhepunkt an Kreuzfahrtpassagieren verzeichnet, mit 1,17 Millionen auf 540 Schiffen. Nach einem etwas schlechteren Start ins Jahr 2020 wurden im März alle Kreuzfahrtschiffsanläufe gestrichen, als Folge der ausgebrochenen COVID-19-Pandemie[53]. Die Sperrung für Kreuzfahrten dauerte bis in den Herbst 2021 an.

Gegenüber den Kreuzfahrttouristen, die üblicherweise nicht länger als 12 Stunden im Hafen sind, fällt die Zahl der Übernachtungstouristen eher gering aus. Der höchste Wert wurde hierbei schon 2005 erreicht, mit 148,851 Touristen. Seitdem ist dieser Wert rückläufig. Auch hier wurden in den Jahren 2020 und 2021 durch die Einschränkungen der COVID-19-Pandemie nur sehr geringe Werte erreicht (2021: 20.139).[54]

Einen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender gibt es nicht. Die Presse- und Medienfreiheit ist durch die Verfassung gesichert.

Die Anfänge kommerzieller Hörfunksendungen liegen in den 1930er Jahren. Danach hat die BBC die Ausstrahlung von Sendungen übernommen, mit deren Hilfe 1961 das erste reguläre Hörfunkprogramm ZIZ (heute ZIZ 96 FM, UKW seit 1973) gestartet wurde. Durch die Kooperation mit der BBC konnte ein ausdifferenziertes Programm mit Information, Bildung und Unterhaltung angeboten werden.[55] Der Schwestersender Big Wave 96.7 FM kam 2004 hinzu. Das West Indies News Network ist ein Internetportal und der Betreiber des UKW-Hörfunkprogramms WINN FM 98.9. Am Eigentümer, der Federation Media Group, sind 50 Aktieninhaber beteiligt, von denen keiner mehr als 10 Prozent der Anteile besitzt, um einzelne Dominanzen zu vermeiden. Der Betreiber sieht sich als das führende Medienunternehmen.[56] Radio Paradise von Trinity Broadcasting Network ist über einen örtlichen Mittelwellensender empfangbar. Daneben gibt es zahlreiche private Rundfunkstationen mit Video- und Audio-Streams.

Es gilt eine Schulpflicht vom 5. bis zum 16. Lebensjahr.

siehe auch: Liste von Bildungseinrichtungen in St. Kitts und Nevis

Cricket ist der beliebteste Sport auf St. Kitts und Nevis. St. Kitts und Nevis ist eines der Länder, das mit anderen Karibikstaaten das West Indies Cricket Team bildet, eine der „Nationalmannschaften“ im internationalen Cricket mit Teststatus, der angesehensten Form dieses Sports. Das West Indies Cricket Team nahm an jedem Cricket World Cup teil und gewann die ersten beiden Austragungen 1975 und 1979. Zusammen mit Antigua und Barbuda, Barbados, Grenada, Guyana, Jamaika, St. Lucia und Trinidad und Tobago war man Gastgeber des Cricket World Cup 2007.

Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen
Antigua und Barbuda | Bahamas | Barbados | Belize | Costa Rica | Dominica | Dominikanische Republik | El Salvador | Grenada | Guatemala | Haiti | Honduras | Jamaika | Kanada | Kuba | Mexiko | Nicaragua | Panama | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Trinidad und Tobago1 | Vereinigte Staaten

Abhängige Gebiete
Amerikanische Jungferninseln | Anguilla | Aruba1 | Bermuda | Bonaire1, Saba und Sint Eustatius | Britische Jungferninseln | Curaçao1 | Grönland | Guadeloupe | Cayman Islands | Martinique | Montserrat | Navassa | Puerto Rico | San Andrés und Providencia | Saint-Barthélemy | Saint-Martin | Saint-Pierre und Miquelon | Sint Maarten | Turks- und Caicosinseln

1liegt auf dem südamerikanischen Festlandssockel, wird aber politisch zu Nordamerika gezählt.

Mitgliedstaaten:
Antigua und Barbuda | Argentinien | Bahamas | Barbados | Belize | Bolivien | Brasilien | Chile | Costa Rica | Dominica | Dominikanische Republik | Ecuador | El Salvador | Grenada | Guatemala | Guyana | Haiti | Jamaika | Kanada | Kolumbien | Mexiko | Nicaragua | Panama | Paraguay | Peru | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Suriname | Trinidad und Tobago | Uruguay | Venezuela | Vereinigte Staaten

Ehemalige Mitgliedstaaten:
Honduras | Kuba

Vollmitglieder:
Antigua und Barbuda | Bahamas | Barbados | Belize | Dominica | Grenada | Guyana | Haiti | Jamaika | Montserrat | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Suriname | Trinidad und Tobago

Assoziierte Mitglieder:
Anguilla | Bermuda | Britische Jungferninseln | Cayman Islands | Turks- und Caicosinseln

Anguilla | Antigua und Barbuda | Britische Jungferninseln | Dominica | Grenada | Montserrat | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen

Aktuelle Mitgliedstaaten:
Antigua und Barbuda | Australien | Bahamas | Bangladesch | Barbados | Belize | Botswana | Brunei | Dominica | Eswatini | Fidschi | Gabun | Gambia | Ghana | Grenada | Guyana | Indien | Jamaika | Kamerun | Kanada | Kenia | Kiribati | Lesotho | Malawi | Malaysia | Malediven | Malta | Mauritius | Mosambik | Namibia | Nauru | Neuseeland | Nigeria | Pakistan | Papua-Neuguinea | Ruanda | Salomonen | Sambia | Samoa | Seychellen | Sierra Leone | Singapur | Sri Lanka | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Südafrika | Tansania | Togo | Tonga | Trinidad und Tobago | Tuvalu | Uganda | Vanuatu | Vereinigtes Königreich | Zypern

Ehemalige Mitgliedstaaten:
Dominion Neufundland | Föderation Malaya | Irland | Sultanat Sansibar | Tanganjika | Simbabwe

Koordinaten: 17° 20′ N, 62° 45′ W

Wolken über dem Nevis Peak
Platz im Zentrum Basseterres vor dem Berkeley Memorial
Die spanische Eroberung von St. Kitts 1629 unter Fadrique Álvarez de Toledo y Mendoza
Die Festung auf dem Brimstone Hill, Schwerpunkt der erfolgreichen französischen Invasion von 1782
Government House, Basseterre, der offizielle Residenz des Generalgouverneurs von Saint Kitts und Nevis
Sitz der Regierung von Saint Kitts und Nevis
Timothy Harris, Premierminister
Die Hauptstadt Basseterre
Saint Thomas LowlandSaint Paul CharlestownSaint John FigtreeSaint George GingerlandSaint James WindwardSaint Paul CapisterreSaint John CapisterreChrist Church Nichola TownSaint Mary CayonSaint Peter BasseterreSaint George BasseterreTrinity Palmetto PointSaint Thomas Middle IslandSaint Anne Sandy Point
Parishes in St. Kitts und Nevis