Sperrsatz

Mit Sperrsatz, Sperrschrift oder Sperren bezeichnet man in der Typografie eine Schriftauszeichnung zur Hervorhebung von Textteilen durch Vergrößerung der Abstände (durch Einfügen von Spatien) zwischen den einzelnen Buchstaben. Das Gegenteil von Sperren ist Unterschneiden.

Das mittelhochdeutsche Wort sperren (ahd. sperran) nimmt direkt auf die Spatien Bezug (ursprünglich: mit Sparren versehen, mit Balken abschließen, verwandt mit Speer).[1] Es geht demnach nicht auf das mittelhochdeutsche Wort sperric (konfiszierbar, widersetzlich) mit der Bedeutung eines unverhältnismäßigen (sperrigen) Platzbedarfs[2] zurück.

Bei vielen gebrochenen Schriften gibt es keine fetten und kursiven Schnitte, so dass der Sperrsatz die einzige dezente Art der Hervorhebung ist. Auch auf der Schreibmaschine wurde mittels Leerzeichen Sperrschrift verwendet.

Für nicht gebrochene Schriftarten ist mit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Sperrung nicht mehr gebräuchlich. Bemängelt wird u. a. die schlechte Leserlichkeit gesperrter Minuskeln.[3] Sie kann aber in künstlerischen, exklusiven Werken oder zur Wiedergabe historischer Dokumente verwendet werden. Auch in Urkunden und Rechtstexten wird teilweise noch gesperrt, z. B. zur Hervorhebung von Namen in Familienbüchern[4] oder gleichberechtigt neben anderen Auszeichnungen in Gerichtskorrespondenz oder zur Hervorhebung bei der Widerrufsbelehrung im Onlinerecht.[5] Allgemein wurden in der Typografie Unterstreichen und Sperrschrift durch Fett- und Kursivschrift ersetzt.[6]

Für die Verwendung von Sperrschrift gibt es unterschiedliche Attribute. Meist ist auch zur Vereinheitlichung die Einbindung in Formatvorlagen möglich.

Beispiel für Sperrsatz in Fraktur