Seychellen

Die Republik Seychellen, auch nur die Seychellen (zeˈʃɛlən, früher auch Seschellen geschrieben; Seychellenkreol Sesel; französisch Seychelles [seˈʃɛl], veraltet Séchelles geschrieben; englisch Seychelles [seɪˈʃɛlz]) ist ein Inselstaat im Indischen Ozean. Topografisch gehört der Staat zu Afrika. Seine Hauptstadt ist Victoria, welche nach der britischen Königin benannt ist.

Die Seychellen gehören topografisch zu Afrika. Sie liegen auf dem nördlichen und westlichen Teil des Maskarenenrückens, einer untermeerischen Schwelle im westlichen Teil des Indischen Ozeans. Südlich der Seychellen liegen vor der ostafrikanischen Küste die Inselstaaten Madagaskar, Mauritius und die Komoren.

Das Gebiet der Seychellen gehört zur Zeitzone UTC+4 (DTG: Delta). Dies bedeutet im Winterhalbjahr eine Zeitverschiebung von drei, bei Sommerzeit eine Zeitverschiebung von zwei Stunden gegenüber der mitteleuropäischen Zeit.

Die Republik Seychellen besteht aus etwa 115 Inseln, nach der Geologie sind es 42 Granitinseln und 73 Koralleninseln. Man teilt sie nach ihrer Lage in die zwei Hauptgruppen Inner Islands und Outer Islands ein.[7]

Das Seegebiet der Inner Islands wird als Seychelles Bank bezeichnet, es nimmt eine Fläche von rund 31.000 km² ein.

Die hier befindliche Inselgruppe Inner Islands zählt 32 Inseln mit einer Landfläche von insgesamt 266 km². Zu ihnen gehören:

Fast alle genannten Inseln bestehen aus Granitgestein, nur die am nördlichen Rand der Seychelles Bank befindlichen Inseln Bird Island und Île Denis sind ihrer Entstehung nach Koralleninseln.[7]

Auf Mahé befindet sich der höchste Punkt des Landes, der Morne Seychellois (905 m ü. MSL). Bemerkenswert sind auch der Mont Dauban (740 m ü. MSL) (auf Silhouette) und der Mont Praslin (367 m ü. MSL) auf der gleichnamigen Insel.[7]

Außerhalb der „Seychelles Bank“ erstreckt sich der Archipel der Outer Islands über ein Seegebiet von 400.000 km², hierzu gehören die Inselgruppen:

Auf den zahlreichen Koralleninseln existieren wegen der geringen Höhe (höchste Punkte bei 9 m ü. MSL) und dem fehlenden Trinkwasser nur wenige kleine Siedlungen.[7]

Auf den Seychellen existiert eine reiche endemische Flora und Fauna, allein drei Arten von Riesenschildkröten. Vor allem auf dem Aldabra-Atoll findet man die weltgrößte Kolonie von Riesenlandschildkröten, mit 150.000 Aldabra-Riesenschildkröten. Auch der letzte überlebende flugunfähige Vogel des Indischen Ozeans, die Cuvierralle, ist hier beheimatet. Das Vallée de Mai („Maital“) auf Praslin – von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und von der „Seychelles Island Foundation“ (SIF) verwaltet, die 1979 eigens zu diesem Zweck gegründet wurde – ist die Heimat des Seychellenpapageis (Coracopsis barklyi) und der berühmten Seychellennuss, der „Coco de Mer“. Auf der Hauptinsel Mahé sowie auf Silhouette ist die dort endemische Familie der Seychellenfrösche anzutreffen. Daneben kann man auch auf den geschützten Inseln Aride, Cousin und Curieuse seltene Tiere und Pflanzen beobachten. Bemerkenswert sind auch die in den Granitfelsen der Inseln, vor allem an den Küsten, auftretenden Verkarstungserscheinungen Silikatkarst, karrenähnliche, meist vertikal verlaufende Rinnen, die durch Gesteinslösung unter tropischen Bedingungen entstanden.

Die einheimische Vogelwelt der Seychellen gehört zu den artenreichsten im gesamten westlichen Indischen Ozean. Durch die isolierte Lage des Archipels haben sich hier 15 Arten und 18 Unterarten entwickelt, die es nur auf den Seychellen gibt. Durch diese Besonderheit zählen sowohl die Granitinseln als auch das Aldabra-Atoll zu den 218 Endemic Bird Areas (EBA), die man weltweit identifiziert hat.

Die ursprüngliche Vegetation wurde mit der Besiedlung zurückgedrängt. An ihre Stelle traten Kulturpflanzen, die gezielt für den Anbau auf den Seychellen beschafft wurden. Die Mehrzahl der tropischen Frucht- und Nutzpflanzen können auf den Seychellen gedeihen und ermöglichen einen abwechslungsreichen Speiseplan, zu ihnen gehören: Auberginen, Bananen, Avocados, Ananas, Papayas, Mangos, Passionsfrüchte, Sternfrucht, Guave, Zitronen, Orangen, Zuckerrohr, Brotfrüchte, Zitronengras und Zimt sowie viele Gewürze wie Vanille, Pfeffer und Muskat. Kokospalmen wurden in Plantagen angepflanzt und liefern mit Kopra den Hauptexportartikel des Landes. Banyanbäume und tropische Nutzhölzer wurden auf der Insel angepflanzt, hierzu zählen die Drachenblutbäume und Albizienbäume.[7]

Das Klima der Seychellen wird vom Monsun bestimmt: von Dezember bis März herrscht der Nordwest-Monsun vor, es folgt eine windstille Übergangsphase im April. Von Mai bis September folgt die regenarme, aber stürmische Zeit des Südost-Monsuns, im Oktober–November folgt nochmals eine windstille Übergangsphase. Schwere Stürme sind selten. Die Sonnenscheindauer wird bestimmt durch die Lage in Äquatornähe. Astronomisch möglich sind 12 Stunden pro Tag, durch den Einfluss der Bewölkung werden im Mittel 5–8 Stunden pro Tag erreicht. Die Temperaturen schwanken zwischen 24 °C und 30 °C im Jahresverlauf, die Meerwassertemperatur liegt ganzjährig bei 26 °C.
Die Niederschlagsmenge auf Mahe variiert zwischen 2880 mm in der Hauptstadt Victoria und 3550 mm in den Bergregionen. Die Luftfeuchte beträgt stets mehr als 80 Prozent. Bevorzugte Reisezeit für einen Besuch der Seychellen ist Mai bis Oktober.[7]

Die Bevölkerung der Seychellen – die Seychellois – besteht zum überwiegenden Teil aus den Nachfahren der aus verschiedenen französischen Kolonialgebieten eingewanderten Siedler und ihrer afrikanischen Arbeitssklaven. Diese Gruppe macht noch immer über 90 Prozent der heutigen Bevölkerung aus. Daneben existiert eine Minderheit mit rein europäischer Abstammung sowie kleine chinesische und indische Minderheiten. Im Jahre 2017 waren 13,6 % der Bevölkerung im Ausland geboren.[8]

Inzwischen gibt es viele Eltern ohne Trauschein. Die Kinder der berufstätigen Eltern wachsen meist im Haushalt der Großeltern auf. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 0,6 %.[9] Das Medianalter der Seychellois lag 2020 bei geschätzten 34,2 Jahren. Die Fertilitätsrate lag 2019 bei 2,43 Kindern pro Frau, was für afrikanische Verhältnisse sehr niedrig ist.[10] Die Lebenserwartung liegt bei 73,4 Jahren.[11]

2010

2020

Als gemeinsame Sprache dieser stark durchmischten Bevölkerung entwickelte sich hier eine eigene Variante der Kreolsprachen, die als Seychellenkreol oder Seselwa bezeichnet wird und auf dem Französischen basiert. Amtssprachen sind nach Artikel 4 der Verfassung[14] Seychellenkreol, Englisch und Französisch.

Die durchschnittliche Schulbesuchsdauer der über 25-Jährigen liegt bei 10 Jahren, die erwartete Schulbesuchsdauer der nachwachsenden Generation liegt bei 14,1 Jahren. Dementsprechend liegt der Anteil der Analphabeten bei nur 4,1 %.[15]

Die Bevölkerung ist laut Zahlen von 2010 zu 76,2 % katholisch (Bistum Port Victoria), etwa 10,5 % sind Protestanten oder Anglikaner – meist Nachfahren britischer Seeleute und Farmer, 2,4 % gehören anderen christlichen Konfessionen an. 2,4 % sind Hindus, 1,6 % gehören dem Islam an, 1,1 % sind Andersgläubige.[15]

Es wird vermutet, dass die Inseln von arabischen Händlern entdeckt wurden. 1502 ankerten Schiffe aus der Flotte des portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama bei den Inseln der Amiranten. Obwohl sie nun der westlichen Welt bekannt waren, wurden die Seychellen erst 250 Jahre nach ihrer Entdeckung von den Franzosen dauerhaft besiedelt. Der französische Kapitän Lazare Picault war 1742 auf der Reise nach Indien und fand von Mauritius kommend zufällig die noch „herrenlosen“ Inseln, die 1753 als französischer Besitz proklamiert und nach Jean Moreau de Séchelles, Finanzminister von Ludwig XV.[16], benannt wurden. Eine dauerhafte Besiedlung ist ab 1768 nach der Anlage von Gewürzplantagen nachweisbar. Im Verlaufe des Ersten Koalitionskrieges wurden die Seychellen 1794 von den Briten besetzt und im Pariser Frieden 1814 Großbritannien zugesprochen. Unter britischer Herrschaft war die Inselgruppe zunächst Teil der Kolonie Mauritius. Am 31. August 1903 erhielten die Seychellen den Status einer eigenständigen Kolonie. 1945, noch unter britischer Verwaltung, erhielten Frauen das Stimmrecht auf lokaler Ebene und am 6. August 1948 das aktive und passive Frauenwahlrecht auf nationaler Ebene.[17][18] Bei der Unabhängigkeit 1976 wurden diese Rechte bestätigt.[17]

Selbstverwaltung erlangten die Seychellen 1970, die Unabhängigkeit folgte 1976, die Inselrepublik verblieb aber im Commonwealth. Die so genannte Erste Republik der Seychellen wurde 1976 gegründet und 1979 zugunsten eines Ein-Parteien-Regimes, der Zweiten Republik, abgeschafft. 1993 trat die aktuelle Verfassung als Staatsvertrag für die Dritte Republik in Kraft. Nun sind wieder Oppositionsparteien zulässig. Regierungspartei ist die ehemalige Einheitspartei Seychelles People’s Progressive Front (SPPF).

Der Tsunami, der am 26. Dezember 2004 durch ein Seebeben vor Indonesien ausgelöst wurde, erreichte auch die Seychellen und verursachte Schäden.

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 267,9 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 288,7 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 3,1 % des BIP.[19]

Die Staatsverschuldung betrug 2020 1,676 Mrd. US-Dollar oder 98,43 % des BIP.[20]

Mitte 2008 war der Staat zahlungsunfähig, woraufhin mit Unterstützung des Internationalen Währungsfonds ein Programm zur Neuausrichtung der Wirtschaft durchgeführt wurde. Infolgedessen wurde die Seychellen-Rupie nach Freigabe des Kurses Anfang November 2008 um rund 40 Prozent abgewertet. Die Wirtschaft hat sich seitdem erholt, die Seychellen haben das höchste Pro-Kopf-Einkommen aller afrikanischen Länder (Stand 2016).[21]

Der Fremdenverkehr beschäftigt ca. 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung, die damit 70 Prozent des Volkseinkommens erwirtschaften. In den vergangenen Jahren wurde von privaten Investoren massiv in den Neu- und Ausbau von Hotels investiert, primär im Fünfsternebereich.

Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem die Seychellen auf der „Schwarzen Liste“ der Steueroasen auftauchen.[22]

Der Landverkehr auf den Seychellen besteht ausschließlich aus Straßenverkehr. Allerdings sind nur die Inseln Mahé, Praslin und La Digue mit einem Auto befahrbar. Es herrscht Linksverkehr. Das gesamte Straßennetz umfasste 2015 etwa 526 km, wovon 514 km asphaltiert sind.[19]

Schienenverkehr gibt es nicht, der Bau einer Strecke ist aber seit 2012 für Mahé geplant.

Fähren verbinden Mahé mit Praslin, La Digue und Fregate.[7] Die Seychellen sind ein beliebtes Kreuzfahrtgebiet.

Der internationale Flughafen der Seychellen befindet sich auf Mahé. Air Seychelles verbindet alle großen Inseln untereinander und fliegt Städte in Europa und Asien an. Aus dem deutschsprachigen Raum fliegt Condor Flugdienst und Edelweiss Air nach Mahé; darüber hinaus bieten weitere Fluggesellschaften Umsteigeverbindungen.

Das Hauptverkehrsmittel im öffentlichen Personennahverkehr auf Mahé und Praslin ist der Bus. Seychelles Public Transport Corporation (SPTC) ist eine 1977 gegründete, halbstaatliche Organisation zur Beförderung von Personen im öffentlichen Nahverkehr auf Mahé und Praslin. SPTC bietet ein gut ausgebautes Netzwerk von insgesamt 41 Routen mit rund 1100 Fahrten täglich. Es gilt ein Einheitstarif pro Fahrstrecke, wobei Fahrten in klimatisierten Bussen teurer sind.[23]

Auf den Seychellen gibt es mit fünf bis sechs Tausend und einem Anteil von 10 % der arbeitsfähigen Bevölkerung verhältnismäßig viele Heroinabhängige.[24][25] Die Seychellen fallen im Jahr 2021 weltweit durch eine schnelle Corona-Impfkampagne auf. Neben Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten gehörten die Seychellen seit Januar des Jahres ständig zu den drei Ländern, die dem Rest der Welt bei der Impfquote weit voraus waren.[26] Am Ende des ersten Quartals hatten 64,2 % der Gesamtbevölkerung und damit fast alle Erwachsenen des Landes ihre Erstimpfung bekommen – die weltweit höchste Erstimpfungsquote. 34,0 % hatten bereits beide Impfungen – Platz zwei hinter Israel. Trotz der hohe Impfquote (bis Mai 2021 68 % Erstimpfung und fast 60 % Zweitimpfung) kam es im Frühjahr 2021 zu einer Infektionswelle, was mit der vergleichsweise geringen Wirksamkeit des chinesischen Impfstoffs von Sinopharm in Verbindung gebracht wird. Bei rund 60 % der auf den Seychellen verabreichten Impfungen wurde das Vakzin von Sinopharm verwendet.[27]

Während der Wirtschaftskrise aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde vermehrt kostenloses Methadon an Heroinabhängige verteilt.[24]

Da die Hauptinsel Mahé kaum ebene Flächen zur Ansiedlung von Industrie oder zum Aufbau von weiterem Wohnraum bietet, wurden und werden Landgewinnungsmaßnahmen durchgeführt. Das Areal, auf dem sich der internationale Flughafen befindet, wurde so in den 1970er Jahren geschaffen. Weitere Projekte im Hafengebiet der Hauptstadt Victoria folgten. Von 1999 bis 2006 wurden für Landgewinnungsmaßnahmen nahe Mahé und Praslin rund 190 Mio. US-Dollar investiert. Vor Mahé entstand eine neue, 57 Hektar große Insel mit dem Namen Eden Island. Diese künstliche Insel ist mit einer Brücke (Eden Bridge) mit Mahé verbunden und verfügt über einen eigenen Yachthafen, Restaurants, einige Einkaufsläden und unterschiedliche Dienstleistungsanbieter (zumeist Finanz und Reise). Der Zugang zu Eden Island ist seit 2011 nicht mehr nur Bewohnern der Insel vorbehalten. Käufer können Villen, Maisons und Appartements erwerben – insgesamt entstehen rund 500 Einheiten, dazu auch Hotels und Ferienwohnungen. Ausländische Käufer können auf diesem Wege ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht erhalten, das ansonsten für Touristen auf drei Monate begrenzt ist. Vor Praslin entstand mit Eve Island eine weitere künstliche Insel; die Insel ist durch mehrere Brücken mit Praslin verbunden.

Die Seychellen gehören zu den ersten Ländern der Erde, die den Naturschutz in ihre Verfassung aufgenommen haben. Mit fast 59 % seiner Landfläche hat der Inselstaat mit Abstand prozentual den größten Anteil geschützter Gebiete weltweit.[28]

Zwei Orte wurden von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Das Umweltschutzprogramm weist 20 Schutzgebiete aus und kennzeichnet weitere 370 Orte, deren Natur besonderen Schutzes bedarf.

Präsident der Seychellen ist seit dem 26. Oktober 2020 Wavel Ramkalawan (Linyon Demokratik Seselwa). Der Prediger gewann am 24. Oktober 2020 mit 54,9 % der abgegebenen Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Danny Faure als erster Oppositionsführer die Präsidentschaftswahlen.

Die Nationalversammlung (Assemblée Nationale oder National Assembly) besteht aus 34 Abgeordneten, von denen 25 direkt gewählt werden. Die restlichen neun Sitze werden proportional zu allen Stimmen an die Parteien verteilt, die mindestens zehn Prozent der Stimmen erhalten haben.

Neben der Regierung der Seychellen haben sich auch zahlreiche unabhängige Organisationen auf den Seychellen dem Umweltschutz verschrieben: ENVI.R.O, der Nature Protection Trust, die Seychelles Geosociety und die vielen Wildlife Clubs, die schon Kinder an Umweltthemen heranführen.

Im Jahr 1998 wurde die Organisation BirdLife Seychelles[34] ins Leben gerufen und übernahm Projekte und Programme, die bis dahin von BirdLife International verwaltet worden waren, darunter das Sonderreservat Cousin Island, das schon seit 1968 von BirdLife verwaltet wird. Auf dieser Insel wurde die von Menschen angelegte Kokosnussplantage wieder durch – sekundären – Urwald ersetzt. Seitdem vergrößerten sich hier die Bestände des Seychellen-Rohrsängers (Acrocephalus seychellensis) – von 29 Exemplaren auf inzwischen wieder über 1000.

Die Seychellen sind Heimat von 75 endemischen Pflanzenarten, 12 Amphibien- und 209 Vogelarten (davon zehn endemische Arten) und über 1000 Arten wirbelloser Tiere. Die Regierung des Landes hat 230 km² Wasserfläche und etwa 49 Prozent der insgesamt 455 km² Landfläche (210 km²) als Naturschutzgebiete ausgewiesen, darunter auch einige Inseln in ihrer Gesamtheit. Gemessen an der Grundfläche verfügen die Seychellen damit über den größten Anteil an Naturschutzgebieten auf der ganzen Erde.

In den ersten beiden Jahrzehnten ihrer staatlichen Unabhängigkeit ratifizierten die Seychellen internationale Abkommen, die unter anderem den Handel mit bedrohten Arten, den Walfang sowie die Herstellung, Erprobung und Stationierung von ABC-Waffen im Hoheitsgebiet der Seychellen verbieten, die Handhabung und Entsorgung giftiger Abfälle regeln und den Schutz der Meere, der Küstenregionen, der Ozonschicht, der natürlichen Ressourcen und des Weltnatur- und -kulturerbes gewährleisten.

Die Seychellen sind in 27 Regierungsbezirke gegliedert. Davon liegen 22 hauptsächlich oder ausschließlich auf der Hauptinsel Mahé, je zwei auf Praslin und Perseverance Island, während La Digue mit Nebeninseln und auch einigen entfernteren Inseln einen weiteren Distrikt bildet. Die Outer Islands, die mit 211,3 km² flächenmäßig 46,44 % der Seychellen ausmachen, sind keinem Regierungsbezirk zugeordnet.

Im Jahr 2020 nutzten 79 Prozent der Einwohner Seychellens das Internet.[35]

Weitere Sehenswürdigkeiten der Hauptinsel Mahé sind die Auberge de Bougainville, der Gewürzgarten Le Jardin du Roi (auch Spicegarden genannt) und das Herrenhaus La Plaine St. André, das zu einem Restaurant umfunktioniert wurde.

Von den 455 km² Landfläche der Seychellen ist etwa ein Viertel bewaldet. Die sieben Nationalparks nehmen insgesamt eine Fläche von 43,8 km² ein, die vier Sonderreservate noch einmal 154,8 km². Zu diesen Gebieten zählen auch die beiden Welterbestätten der UNESCO. Dazu kommen noch sechs weitere Schutzgebiete. Insgesamt hat man auf den Seychellen 4000 Tier- und 850 Pflanzenarten identifiziert; davon werden 60 bzw. 13 Arten als bedroht eingestuft.

Auf den Seychellen befinden sich die Nationalparks (Jahr der Ausweisung):[36]

Special Reserves:

Im Februar 2018 kündigte die Regierung der Seychellen an, dass zwei weitere Schutzgebiete mit einer Gesamtgröße von etwa 210.000 km² (81.000 Quadratmeilen) eingerichtet werden sollen. In der ersten Phase sollen 75.000 km² (29.000 Quadratmeilen) um die Aldabra-Gruppe geschützt werden und in der zweiten Phase 135.000 km² (74.000 Quadratmeilen) Tiefseegebiet. Im Ausgleich für damit verbundene mögliche wirtschaftliche Einbußen für die Seychellen übernahmen private Naturschutzorganisationen wie die The Nature Conservancy und die Leonardo DiCaprio Foundation u. a. 17 Millionen Euro der Staatsschulden der Seychellen. Durch diesen „Schulden-gegen-Naturschutz-Handel“ (debt-for-nature-swap) soll der Anteil der unter Naturschutz stehenden Seegebiete der Seychellen von weniger als 1 % auf etwa 30 % steigen.[37][38]

Korallenriffe gehören, neben den tropischen Regenwäldern, zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Mit einem Jahresfang von über einer Megatonne Fisch hängt die Wirtschaft der Seychellen in großem Maß von diesem Lebensraum ab. Außerdem dienen die Riffe als Wellenbrecher und schützen Küsten vor Erosion. Im Jahr 1998 wurden allein 100.000 Euro (davon 70.000 Euro in Devisen) in den Bau von umweltfreundlichen Ankerplätzen (embedment moorings) investiert, die die Korallen vor Beschädigungen durch Schiffsanker schützen. Durch die natürliche Erwärmung des Meerwassers (El Niño) auf der Südhalbkugel in den letzten Jahren, deren Ursachen noch nicht vollständig erforscht sind, wurden möglicherweise drei Viertel des Korallenbestandes der Seychellen durch Ausbleichen und Absterben in Mitleidenschaft gezogen. In Pilotstudien zur Wiederherstellung der Riffe soll nun durch die neue Biorock-Technologie („mineral accretion“) versucht werden, das Ökosystem Riff neu zu beleben. In der Nähe beschädigter natürlicher Korallenriffe werden zu diesem Zweck stählerne Kunstriffe verankert, auf denen nach künstlich beschleunigter Kalksteinbildung Korallen „angepflanzt“ werden. Die Fortschritte werden durch Unterwasserkameras laufend überwacht. Über einen Zeitraum von vier Jahren (1999–2002) kostete das Projekt ca. 250.000 Euro. Die Stahlgerüste müssen aus dem Ausland importiert werden, wozu das Land rund 60.000 Euro an Devisen benötigt.

Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen
Ägypten1 | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Eswatini | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Jemen2 | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Demokratische Republik Kongo | Republik Kongo | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik

Abhängige Gebiete
Îles Éparses | Kanarische Inseln | Madeira | Mayotte | Plazas de soberanía (mit Ceuta und Melilla) | Réunion | St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

Umstrittene Gebiete
Demokratische Arabische Republik Sahara | Somaliland

1 Liegt zum Teil auch in Asien2 Liegt größtenteils in Asien.

Mitgliedstaaten:
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International nicht anerkannte Mitglieder:
Demokratische Arabische Republik Sahara

Ägypten | Äthiopien | Burundi | Dschibuti | Eritrea | Eswatini | Kenia | Komoren | Demokratische Republik Kongo | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mauritius | Ruanda | Sambia | Seychellen | Simbabwe | Somalia | Sudan | Tunesien | Uganda

Aktuelle Mitgliedstaaten:
Antigua und Barbuda | Australien | Bahamas | Bangladesch | Barbados | Belize | Botswana | Brunei | Dominica | Eswatini | Fidschi | Gabun | Gambia | Ghana | Grenada | Guyana | Indien | Jamaika | Kamerun | Kanada | Kenia | Kiribati | Lesotho | Malawi | Malaysia | Malediven | Malta | Mauritius | Mosambik | Namibia | Nauru | Neuseeland | Nigeria | Pakistan | Papua-Neuguinea | Ruanda | Salomonen | Sambia | Samoa | Seychellen | Sierra Leone | Singapur | Sri Lanka | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Südafrika | Tansania | Togo | Tonga | Trinidad und Tobago | Tuvalu | Uganda | Vanuatu | Vereinigtes Königreich | Zypern

Ehemalige Mitgliedstaaten:
Dominion Neufundland | Föderation Malaya | Irland | Sultanat Sansibar | Tanganjika | Simbabwe

Koordinaten: 7° S, 53° O

Brotfruchtbäume am Stadtrand von Victoria
Samen des Coco de Mer
Der Strand Anse Intendance Mahe mit Brandung
Ein Bewohner bei der Kokosnussernte
Bevölkerungspyramide der Seychellen (2020)
Marktszene (1970er Jahre)
Segelschiffe bleiben im Verkehr
zwischen den Inseln unverzichtbar
Flughafen auf der Insel Mahé
Île St. Pierre
Eden Island bei Mahé
Wavel Ramkalawan (2020)
Blick über die Hauptstadt Victoria
Der Regierungssitz
Der Uhrturm – bleibendes Symbol der britischen Kolonialzeit
Historisches Gebäude La Plaine St. André
Der Nationalpark Vallée de Mai auf Praslin
Strand Anse Source d’Argent auf La Digue
Strand auf La Digue
Der Strand Anse Lazio auf Praslin