Seitenabruf

Seitenabruf, auch Seitenaufruf oder Page Impression, bezeichnet die Anzahl der Abrufe einer einzelnen Webseite mit einem Webbrowser. Im Englischen wird meist der Begriff Page View verwendet. In Deutschland wird die Page Impression gemeinsam mit dem Visit (Besuch) vor allem als Maß für die Nutzung von Onlinewerbeträgern verwendet. Beide Werte werden von der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) gemessen und monatlich veröffentlicht.

Über 1000 stationäre Webseiten, über 300 mobile Webseiten (mobile enabled Website, MEW) und über 300 Apps, die sich mit Werbung belegen lassen, nehmen am IVW-System teil (Stand November 2014).[1] Sie alle unterwerfen sich Regeln sowie der Prüfung ihrer Einhaltung durch die IVW, um die Vergleichbarkeit der Daten zu gewährleisten. Die den Regeln zugrunde liegenden Definitionen und Konventionen wurden von Medienanbietern, Werbetreibenden und Mediaagenturen innerhalb der IVW gemeinsam entwickelt. Die drei Definitionen sind:[2]

Keine Nutzeraktion im Sinne der IVW ist:

Keine PageImpressions im Sinne der IVW sind:

Um die Bedeutung dieser Kennzahl zu verstehen, ist es hilfreich, sich die technischen Grundlagen zu vergegenwärtigen. Historisch war jede Aktion auf einer Webseite immer mit dem Laden einer HTML-Seite verknüpft. Jedes Eintippen einer Internetadresse und jeder Klick auf einen Link erzeugte jeweils eine neue HTML-Seite, die danach vom Browser geladen wurde.

Die Page Impression war lange Zeit die Maßzahl für die Aktivität der Benutzer auf einer Webseite. Mittlerweile ist die Aktivität nicht mehr unbedingt mit dem Laden einer kompletten HTML-Seite verknüpft. Es stehen modernere Programmiertechniken zur Verfügung. Aktionen des Benutzers können dazu führen, dass z. B. nur einzelne Grafiken oder andere Bestandteile einer Seite von einem Server nachgeladen werden (Ajax).

Schon bei der Messung muss darauf geachtet werden, dass sinnvoll interpretierbare Daten erhoben werden, die Aufschluss über das Verhalten der Besucher geben können. Die unsaubere Gleichsetzung von Page Views und Traffic (Datenverkehr) ist schon deshalb problematisch, weil z. B. Downloadportale mit verhältnismäßig wenigen Besuchern und wenigen „Klicks“ einen wesentlich höheren Datenverkehr (englisch Traffic) verzeichnen, als Informationsportale mit dem Abruf einer Vielzahl ihrer Unterseiten.

Automatisiert geladene Seiten oder Bestandteile einer Seite dürfen dagegen nicht als Page Impression gezählt werden. Beispiele hierfür sind:

Die Seite (englisch Page) wird von der DAA (Digital Analytics Association) wie folgt definiert:

Die Seite ist eine vom Analysten zu definierende Einheit an Inhalt. (englisch An analyst definable unit of content). Die Definition der Seite hat sich damit vom Abruf gelöst und wird nun mit dem Erlebnis des jeweiligen Benutzers verbunden. Häufig hängt das vom Benutzer „gefühlte“ Betrachten einer Seite technisch nicht mehr mit dem Abruf einer Webseite von einem Server zusammen.

Beispielsweise wird in manchen Online-Shops der gesamte Kaufprozess auf einer einzigen HTML-Seite durchgeführt. Dabei klappen immer wieder andere Bestandteile der Seite auf und wieder zu.

Die Page Impression als Kennzahl für die Aktivität der Benutzer erlaubt Aussagen darüber zu treffen, wo sich die Besucher innerhalb einer Site aufhalten und was sie dort tun.

Werden Seiten häufiger aufgerufen als andere, kann das vielfältige Ursachen haben. So zum Beispiel:

Dasselbe gilt auch für per Ajax nachgeladene Elemente einer Seite.

Die abzuleitenden Handlungen für den Betreiber der Website ergeben sich wie immer aus der Interpretation der jeweiligen Kennzahlen, der Umstände und der Erfahrung des Analysten. Es kommt immer auf die Umstände im Einzelfall an, ob viele PI (Page Impressions) positiv oder negativ zu bewerten sind.