Rote Liste (Arzneimittel)

Die Rote Liste ist ein Arzneimittelverzeichnis für Deutschland. Sie enthält Kurzinformationen zu in Deutschland vermarkteten Humanarzneimitteln (einschließlich EU-Zulassungen) und bestimmten Medizinprodukten, die aus Fach-, Gebrauchs- und Produktinformationen erstellt werden. Sie richtet sich an medizinisch-pharmazeutische Fachkreise (Ärzte, Apotheker, Kliniken usw.) mit dem Zweck, diese über im Handel befindliche Präparate zu informieren. Die Rote Liste wird den Fachkreisen in gedruckter Form und online jeweils kostenlos zur Verfügung gestellt, ist aber auch bei Versandbuchhandlungen erhältlich. Durch die Vergabe von Datenlizenzen ist die Rote Liste darüber hinaus in diverse Datenbanken integriert.

Sie erscheint jährlich aktualisiert als Buchausgabe und halbjährlich in Form elektronischer Publikationen (seit 1990). Die Rote Liste ist das auflagenstärkste Arzneimittelverzeichnis in Deutschland (Druckauflage 2014: 275.000 Exemplare). Die erste der zweimal jährlich erscheinenden elektronischen Ausgaben ist inhaltsgleich mit der Buchausgabe. Die elektronischen Publikationen besitzen gegenüber der Printversion u. a. erweiterte Suchfunktionen. Die AMInfo DVD – ROTE LISTE/ Fachinfo erscheint viermal jährlich.

Der Eintrag in der Roten Liste ist für den Hersteller des eingetragenen Arzneimittels kostenpflichtig und richtet sich nach dem Umfang des Eintrags.[1] Aus diesem Grund haben einige Hersteller ihre Einträge zurückgezogen, so dass die Rote Liste im Jahr 2012 den Arzneimittelmarkt in Deutschland nicht mehr vollständig repräsentiert.[2]

Die Veröffentlichung von Präparaten in der Roten Liste liegt in der Verantwortung der Unternehmen und ist nicht an die Zugehörigkeit zu einem Pharmaverband gebunden. Die Buchausgabe 2013 des Arzneimittelverzeichnisses umfasst rund 22.674 Medikamente. Diese sind in 6.080 Präparateeinträgen mit 7.448 Darreichungsformen und 23.848 Preisangaben von 447 pharmazeutischen Unternehmen sowie von Vertreibern/Herstellern bestimmter Medizinprodukte zusammengefasst.

Vorbild für die Rote Liste war „Riedels Mentor“ von 1926 der Drogengroßhandlung J. D. Riedel AG in Berlin. Sie umfasste auf 1133 Seiten rund 18.000 in der Pharmazie gebräuchliche Präparate.[3] Die Rote Liste erschien erstmals 1933 und wurde vom jeweiligen Verband der pharmazeutischen Industrie herausgegeben. Die Abstände zu jeweils neuen Ausgaben waren unterschiedlich. So dauerten die Vorarbeiten für die 1974 erschienene 14. Auflage drei Jahre, das Verzeichnis wurde grundlegend neu gestaltet, nach 95 Klassen gegliedert und enthielt rund 8200 Präparate von über 800 Herstellern. 1400 Arzneimittel waren pflanzlicher Herkunft, 290 homöopathisch. Seit 2006 ist die Rote Liste Service GmbH, vormals Tochter des BPI und des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (vfa), seit Oktober 2021 ein Unternehmen der Bertelsmann-Gruppe,[4] der Herausgeber.

Die Rote Liste gliedert sich insbesondere in folgende Kapitel:

Innerhalb der Hauptgruppen erfolgt eine weitere Untergliederung in Untergruppen, die die Präparate alphabetisch sortiert enthalten.

Zum einzelnen Präparat gibt es Angaben zu:

Sofern zutreffend wird von den Präparateeinträgen auf das Signaturverzeichnis verwiesen.

Buchausgaben 2011 und 1935
Musterseiten (2007)