Port Royal (Jamaika)

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Port Royal war eine wichtige Hafenstadt auf Jamaika. Sie wurde am 7. Juni 1692 von einem Erdbeben und einem nachfolgenden Tsunami vollständig zerstört und versank zum größten Teil im Meer und im so entstandenen Treibsand.

Die Stadt wurde 1518 von den Spaniern gegründet. Während ihrer Blütezeit war Port Royal eine reiche Stadt, was durch ihre Lage für englische Freibeuter begünstigt wurde, die von hier die vollbeladenen spanischen Galeonen auf dem Rückweg von Panama nach Spanien abfangen konnten. Der bekannteste dieser Freibeuter war Henry Morgan, dessen Grab sich auf dem örtlichen Friedhof befand. Die Stadt war gleichzeitig für ihre Sittenlosigkeit und lockere Moral bekannt.[1] Nachfolgehafen wurde der Hafen Kingston (Kingston Harbour).

Die Stadt lag auf einer Landzunge auf sandigem Untergrund, der bei dem Beben 1692 ins Rutschen kam. Etwa 3000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein, die Hälfte der damaligen Bevölkerung.

Es wurden Wiederaufbauversuche gemacht, doch ein Feuer 1710 und mehrere Hurrikane in den weiteren Jahren verhinderten ein Wiederaufblühen. Am 14. Januar 1907 wurde die Stadt erneut von einem Erdbeben teilweise zerstört, wobei abermals die Landzunge abrutschte und viele Häuser zerstört wurden. Die Stadt ist heute ein Fischerort mit etwa 2000 Einwohnern und spielt keine besondere Rolle mehr.

Es bestehen Bemühungen, die im Meer versunkenen Reste von Port Royal zum Weltkulturerbe zu erklären. Die jamaikanische UNESCO-Delegation hat das Objekt 2009 auf die Tentativliste gesetzt.[2] Die Nominierung für 2019 wurde von dem Welterbekomitee jedoch abgelehnt.

Port Royal vor und nach dem Erdbeben von 1692
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PSM V40 D801 Port royal after the earthquake.jpg