Pier

Die Pier ist ein Wasserbau, der in einem Hafen als Schiffsanleger dient. Die Hafenseite einer großen Mole kann als Pier und Liegeplatz genutzt werden. Beispiele sind die (umbenannte) Scheermole und die Tirpitzmole im Marinestützpunkt Kiel. Der Plural von „Pier“ ist Piers.

Eine Pier besteht aus einem aufgeschütteten Hafendamm, der wasserseitig senkrecht abfällt und daher dort mit stählernen Spundwänden, Stahlbeton oder Holz befestigt ist. Auch die Oberfläche der Pier ist meist mit einer Betondecke oder Asphaltdecke befestigt.

Größe und Bauart sind abhängig vom Einsatzzweck. So gibt es neben Schiffsanlegern für Fahrgastschiffe auch spezielle Piers zum Löschen von ISO-Containern, Gefahrgut oder Stückgut. Piers haben zur Aufnahme von großen Lasten (Portalkran, Container) und Kräften (An- und Ablegemanöver) besonders stabile Fundamente.

Im Englischen ist pier eine Seebrücke, ein Bauwerk auf Pfählen, unter dem das Wasser hindurchfließen kann. Ein solcher pier dient als Seebrücke. Ein jetty dagegen ist eine Mole, also ein festes Gebilde, das auch als Wellenbrecher dient. Ein dock ist eine Plattform über dem Wasser oder am Kai und immer von drei Seiten zugänglich. Es kann fest auf Stelzen oder gemauert sein, oder als floating dock sich mit den Gezeiten heben und senken. Ein slip ist ein U-förmiges Gebilde, das an eine pier oder ein dock gebaut ist, in das Boote einfahren können.

Die verschiedene Bedeutung im Englischen und Deutschen führt oft zu einer falschen Verwendung des deutschen Begriffs. Selbst Wörterbücher und der Duden geben vertauschte oder falsche Begriffserklärungen an.

Pier in Rostock
Brücke mit zwei Piers in Québec