Neumarkt-Sankt Veit

Koordinaten: 48° 22′ N, 12° 30′ O

Neumarkt-Sankt Veit (bis 1934 Neumarkt an der Rott) ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.

Die Stadt liegt an der Rott, ca. 85 Kilometer östlich der Landeshauptstadt München und 35 Kilometer südöstlich von Landshut.

Die Stadtgemeinde hat 95 Gemeindeteile:[2][3]

Neumarkt wurde am 14. August 1269 vom niederbayerischen Herzog Heinrich dem XIII. gegründet. Ab 1366 besaß der Ort ein Marktgericht mit weitgehenden Eigenrechten. Im Jahre 1369 ließ der Landshuter Herzog den Sitz der Landrichters und Pflegers für den neuen Landgerichtsbezirk Neumarkt im späteren Schloss Adlstein einrichten. Das namensgebende Benediktiner-Kloster St. Veit, das hier eine geschlossene Hofmark besaß, wurde 1121 von Edler Dietmar von Lungau zuerst im nahegelegenen Ort Elsenbach gegründet und 1171 auf den Vitusberg über Rott verlegt, im Jahre 1802 erfolgte die Auflösung. Das herzogliche Landgericht bestand bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Im Jahre 1803 wurde im Zuge der Verwaltungsneugliederung Bayerns ein neues, kurfürstlich-bayrisches Landgericht eingerichtet. 1862 wurden die Verwaltungsaufgaben aus diesem herausgelöst und dem Bezirksamt Mühldorf übertragen. Das verbleibende Landgericht wurde in den späteren 1860er Jahren in Amtsgericht umbenannt, das bis 1970 Bestand hatte. Am 1. Mai 1920 wurden die Gemeinden St. Veit und Wolfsberg zur neuen Gemeinde Wolfsberg-St. Veit zusammengeschlossen. Am 1. April 1934 wurde diese mit Neumarkt vereinigt. Seitdem trägt die so entstandene Gemeinde den Namen Neumarkt-Sankt Veit.[4]

Am 27. Mai 1956 erhielt der Ort das Stadtrecht. Seit dem 1. Januar 1978 besteht eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Egglkofen.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Elsenbach, Feichten, Hörbering und Wiesbach eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Thambach dazu.[5]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 5371 auf 6243 Einwohner bzw. um 16,2 %.

Die Gemeinde ist Mitglied und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt-Sankt Veit.

Die Kommunalwahlen seit 2014 führten zu folgenden Ergebnissen:

Erster Bürgermeister ist Erwin Baumgartner (UWG)[8] (seit 2002). Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 67,5 % und 2020 in der Stichwahl mit 72,5 %[7] der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

Wappenführung seit Anfang des 16. Jahrhunderts

Die Ortsanlage im Regelmaß des 13. Jahrhunderts wird von dem gestreckten Marktplatz beherrscht, der beiderseits durch Torbauten abgeriegelt ist. Mehrere Wohnhäuser sind dem Inn-Salzach-Stil zuzurechnen. Hier befindet sich die alte Pfarrkirche St. Johannes Baptist aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Etwas abseits des Marktplatzes liegt das Kloster St. Veit, ein ehemaliges Benediktinerkloster und heutiges Altenheim. Die ehemalige Klosterkirche ist heute Pfarrkirche. Die Altstadt um den Stadtplatz bietet Sehenswürdigkeiten wie den Herzoglichen Kasten, der heute als Stadtbücherei und Veranstaltungshaus genutzt wird. Das alte Pfleggericht Schloss Adlstein beherbergt heute das Rathaus. Im großen Gemeindegebiet von über 60 Quadratkilometern gibt es viele Dörfer und Kleinode wie Teising mit einem Wasserschloss und einem alten Wallfahrtskircherl und Kapelle. Weiter ist die Filialkirche St. Maria in Elsenbach zu erwähnen, ein verputzter Backsteinbau vom Ende des 15. Jahrhunderts der Landshuter Schule mit hohem netzgewölbtem Innenraum und monumentalen spätgotischen Wandmalereien.[10]

Auf einem KZ-Friedhof außerhalb des Ortes an der B 299 in Richtung Mühldorf sind 392 Häftlinge begraben, die in KZ-Außenlagern im Landkreis Mühldorf bei Zwangsarbeit in einer Flugzeugfabrik ums Leben kamen, woran Tafeln am Friedhofstor erinnern.[11]

Neumarkt-Sankt Veit liegt unmittelbar an der mit über 11.000 Kraftfahrzeugen befahrenen B 299. Zur Entlastung des historischen Stadtkerns wurde am 20. April 2009 mit dem Bau einer Ortsumgehung begonnen, die am 17. Dezember 2012 für den Verkehr freigegeben wurde. Bereits am 24. Oktober 2011 wurde deren Teilstück (B 299 Nord – St 2086) seiner Bestimmung übergeben. Als weitere wichtige regionale Verbindungsstraße durchquert die Staatsstraße St 2086 die Stadt in Ost-West-Richtung.

Mit Eröffnung der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting am 15. Oktober 1875 erhielt Neumarkt Anschluss an das Eisenbahnnetz und wurde in den folgenden Jahren mit dem Bau der Bahnstrecken Neumarkt–Landshut (KBS 945) und Neumarkt–Passau (KBS 946) zu einem Knotenpunkt.

In der Stadt gibt es den Turn- und Sportverein Neumarkt-Sankt Veit.[12]

Der Deutsche Alpenverein zählt zu einem der größten Vereine in Neumarkt-St. Veit. Aufgegliedert ist er in die Bereiche Klettern, Bergsport und Schneetouren. Die Highlights sind die 240 m² große Kletterhalle und die Hütte im Zillertal.[13]

Die EC Schpana Crocodiles haben sich zur Aufgabe gemacht, den Kindern und Jugendlichen den Eishockeysport näher zu bringen. Sie trainieren sowohl auf dem Eis als auch auf dem eigens errichteten Rollhockeyfeld. Mit ihrer äußerst engagierten Mannschaft konnten sie schon viele Erfolge verbuchen.[14]

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