Liste der Staaten der Erde

Die Liste der Staaten der Erde führt die Staaten der Erde auf. Dabei sind jeweils der Name in Langform, die Hauptstadt, Einwohnerzahl, Fläche, Bevölkerungsdichte, Flagge und das Länderkürzel angegeben. Diese Liste umfasst die 193 Staaten, die Mitglieder der Vereinten Nationen (UNO) sind. Hinzu kommen als Nicht-UN-Mitglieder die Vatikanstadt sowie zwölf Staaten, Nationen, Länder oder Territorien, bei denen die Staatseigenschaft umstritten ist oder die sich in freier Assoziierung zu anderen Staaten befinden. Die elf von den Vereinten Nationen nicht anerkannten Staaten sind in der Tabelle kursiv geschrieben und mit Anmerkung zum jeweiligen Anerkennungsgrad versehen.

Da es im Völkerrecht keine exakte und allgemein akzeptierte Definition eines unabhängigen Staates gibt, ist der Umfang dieser Liste umstritten. Jene Staaten/Gebiete, deren völkerrechtliche Staatlichkeit von den Vereinten Nationen bezweifelt wird – wenngleich die konstituierenden Merkmale der Drei-Elemente-Lehre vorliegen können – sind daher kursiv geschrieben.

Gliedstaaten von souveränen Staaten sind in der Liste nicht berücksichtigt, selbst wenn sie Staatsqualität besitzen und auch über eine zumindest beschränkte Völkerrechtssubjektivität verfügen.

Von den Vereinten Nationen wird die volle völkerrechtliche Staatsqualität bei 195 Staaten anerkannt, darunter die 193 Mitglieder der Vereinten Nationen[1] sowie der Heilige Stuhl und Palästina.[2] Bei neun weiteren Territorien ist der Status als „Staat“ umstritten. Zwei Gebiete befinden sich als selbstverwaltete Territorien in freier Assoziierung mit einem anderen Staat (Cookinseln und Niue zu Neuseeland).

Die Spalte „Langform des Staatsnamens“ zeigt die offizielle Langform, wie sie in deutschsprachigen Staaten benutzt wird; Abweichungen zwischen den deutschsprachigen Staaten sind entsprechend vermerkt.[3]

Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurden die Daten einheitlich dem Datenreport 2017 der Stiftung Weltbevölkerung[4] (Stand: September 2017) entnommen. Selbst Volkszählungen können die Einwohnerzahl eines Staates nie korrekt erfassen, da solche Erhebungen immer nur einen konkreten Zeitpunkt abbilden können. Durch Todesfälle, Geburten und Migration ändern sich die jeweiligen Bevölkerungszahlen aber ständig.

Alle Werte beziehen sich auf das Staatsgebiet in Quadratkilometern. Um die Flächenangaben miteinander vergleichen zu können, wurde als Quelle einheitlich das CIA World Factbook[5] (Stand: Januar 2011) verwendet. Beim Staatsgebiet handelt es sich um die komplette Fläche (Land und Wasser), die von einer Staatsgewalt beherrscht wird. Im Gegensatz dazu kann die Landfläche bei einigen Staaten erheblich kleiner sein. So kann sich je nach Betrachtungsweise auch eine unterschiedliche Rangfolge ergeben. Zum Beispiel sind die Vereinigten Staaten nach Gesamtfläche mit 9.826.630 km² größer als die Volksrepublik China mit 9.596.960 km². Nach Landfläche ist jedoch die Volksrepublik China größer (9.326.410 km²) als die Vereinigten Staaten (9.161.923 km²). Bei den Philippinen wurden von 7.641 Inseln nur die, die größer als 200 km² sind, berücksichtigt, sodass sich eine Landfläche von 298.170 km² ergibt,[6] während bei Einbeziehung kleinerer Inseln die Gesamtfläche um wenigstens 10 % größer wäre.

Bei den anerkannten Staaten ist die Fläche inklusive der gegebenenfalls umstrittenen Staaten oder Gebiete angegeben. So enthält zum Beispiel die Fläche Georgiens auch die Flächen Abchasiens und Südossetiens, die Fläche Zyperns auch die Fläche Nordzyperns und Israel und Syrien auch die Fläche der Golanhöhen.

Die Bevölkerungsdichte (Einwohner pro km²) ist der Quotient aus der Bevölkerungszahl und der Fläche des jeweiligen Staates.

Die Spalte „Flagge“ zeigt die jeweilige Nationalflagge des Staates.

Da Englisch die international gebräuchlichste Sprache ist, werden die englischen Namen aller Staaten zusätzlich aufgelistet.

14,8 ges.
*  55,5  ohne Antarktis und Ozeane

27,9

54,4

93,3

101

17,7

182

22,9

226

46,3

15,9

101

11,7

114

95,1

3,16

28,8

1970

1140

698

45,8

367

17,4

99,4

20,8

10,1

68,4

3,95

24,4

69,4

64

71,5

410

24,3

656

145  ges.
* 6700  HK
* 21.300  MO

48,7

95,9

97,2

220

43,1

59,2

304

75,7

50,2

28,7

80,6

49,3

16,3

118

7,47

186

56

121

314

81,1

155

46,8

52,6

3,72

382

79,4

411

139

89,4

48,9

68,3

3,4

384

201

264

335

53,6

109

87,8

52,6

3,68

128

6,61

233

85,6

31

123

43,3

358

34,8

14,6

212

515

165

72,4

102

230

29,6

72,5

29,4

596

42,2

3,64

250

42,9

232

43,4

157

95,8

1340

15,2

1390

78,6

331

4,27

637

65,8

152

115

18.600

2,05

43,4

37,2

78,9

3,03

476

200

17,9

47,4

412

16,3

207

4,73

81,7

87,9

16,4

15,2

105

87,4

261

788

45,8

54,4

17,9

16,7

24,7

351

123

112

467

82,2

8,45

24,2

21,8

70,6

538

207

15,2

22,4

206

80,3

90,4

198

106

42,5

8180

110

104

23,1

25,4

92,2

326

192

325

267

46,3

21,5

13,1

20,3

3,66

98,8

61,5

60,7

129

137

165

156

273

11,6

134

70,3

103

11,9

385

178

70,1

105

19,9

72,9

24,6

1880

34,4

112

33,1

272

283

2,26

7,54

130

Im Folgenden sind insbesondere die Fälle der Staaten aus der Tabelle aufgeführt, deren Status strittig ist und die nicht Mitglied der Vereinten Nationen sind.

Die Republik Arzach – bis 2017 Bergkarabach – ein stabilisierter De-facto-Staat, gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, ist aber seit dem Ende des Bergkarabachkonflikts 1994 von Armenien besetzt. Es besteht keine internationale Anerkennung. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete 1993 vier Resolutionen bezüglich der Bergkarabach-Frage, die den Abzug der armenischen Truppen aus den besetzten aserbaidschanischen Bezirken forderten. Der Europarat hat die „Separation von 15,25 % des aserbaidschanischen Staatsgebietes“ (Bergkarabach und Nachbarbezirke) durch die armenischen Militäreinheiten Arzachs zuletzt in einer Resolution vom Januar 2005 als „rechtswidrig“ gerügt.[25]

Am 14. März 2008 verabschiedete die UN-Vollversammlung eine Resolution zum Konflikt um Bergkarabach, in der sie von Armenien einen „sofortigen und vollständigen Abzug der Truppen aus den besetzten aserbaidschanischen Gebieten“ fordert.[26]

Arzach ist loses Mitglied der 2001 gegründeten Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten.

Die Republik China wird wegen des Alleinvertretungsanspruchs der Volksrepublik China von den meisten Staaten der Welt (darunter alle EU-Staaten und die USA) offiziell nicht als unabhängiger Staat anerkannt. Anerkannt wird die Republik China derzeit von 13 Staaten sowie dem Heiligen Stuhl.[27] Außenpolitisch untermauert die Volksrepublik China ihren Alleinvertretungsanspruch mit der Haltung, dass sie zu keinem Staat Beziehungen pflegt, der die Republik China völkerrechtlich anerkennt. Ökonomisch und politisch ist die Republik China allerdings unabhängig. So haben Deutschland, Österreich und die Schweiz keine diplomatischen, jedoch kulturelle und ökonomische Beziehungen zur Republik China.

Die Republik China (vertreten durch die Taiwan Foundation for Democracy) ist seit 1991 Mitglied der Interessenvertretung UNPO.

Die Kommunistische Partei wirft dem Dalai Lama vor, ein politischer Exilant zu sein, der sich seit langem im Ausland um Chinas Spaltung bemühe. Ein Dialog mit dem Dalai Lama kommt für sie nur in Betracht, sobald dieser auf das Streben nach einer so genannten Unabhängigkeit Tibets verzichtet. Hierzu müsse er in einer öffentlichen und eindeutigen Erklärung Tibet und auch Taiwan als untrennbare Teile des chinesischen Territoriums und die Volksrepublik China als die einzige legitime Regierung anerkennen und sich verpflichten, alle Aktivitäten zur Spaltung des „Vaterlandes“ einzustellen.

Die tibetische Exilregierung vertritt die Auffassung, dass Tibet zum Zeitpunkt der Invasion durch die chinesische Volksbefreiungsarmee (1950/51) ein unabhängiger und voll funktionsfähiger Staat gewesen sei[28] und dass die militärische Invasion und die andauernde Besetzung ein Verstoß gegen internationales Recht und gegen das Recht auf Selbstbestimmung seien.

Tibet (vertreten durch die Tibetische Exilregierung) ist seit 1991 Mitglied der Interessenvertretung UNPO.

Abchasien gehört völkerrechtlich zu Georgien. Die Vereinten Nationen haben das seit 1993 immer wieder bekräftigt. Der UN-Sicherheitsrat fordert die „Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit Georgiens innerhalb seiner international anerkannten Grenzen“.[29] Einige Völkerrechtler halten Abchasien für ein stabilisiertes De-facto-Regime.

Russland erkannte Abchasien am 26. August 2008 als unabhängigen Staat an,[30] Nicaragua am 3. September 2008,[31] Venezuela am 10. September 2009,[32] Nauru am 15. Dezember 2009.[33]

Die Republik Abchasien (vertreten durch sein Außenministerium) ist seit 1991 Mitglied der Interessenvertretung UNPO und Teil der 2001 gegründeten Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten.

Bereits vor der Auflösung der Sowjetunion erklärte sich das autonome Gebiet 1990 als Republik Südossetien für unabhängig von der Georgischen SSR. Georgien beansprucht Südossetien weiterhin als Bestandteil seines Staatsgebiets und wird darin von den meisten Staaten und internationalen Organisationen unterstützt. Nach dem Kaukasuskrieg 2008 erkannten Russland[30] und danach Nicaragua[31] Südossetien sowie Abchasien als souveräne Staaten an. Im September 2009 folgte Venezuela[32] und im Dezember 2009 Nauru.[33]

Von einigen Völkerrechtlern wird der Republik Südossetien der Status eines De-facto-Regimes zugestanden.[34] Dagegen wird eingewandt, dass dieser Zustand nur durch russische Militärpräsenz überhaupt bestehe[35] und noch nicht ausreichend gefestigt sei.

Südossetien ist Mitglied der 2001 gegründeten Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten.

Der Kaschmir-Konflikt ist ein Territorialkonflikt um das Gebiet des ehemaligen, 1947 aufgelösten indischen Fürstenstaats Jammu und Kashmir. Die Konfliktparteien sind Indien, Pakistan und die Volksrepublik China, die jeweils Anspruch auf Teile des umstrittenen Territoriums erheben, bzw. diese Gebiete unter Kontrolle halten. Aber nicht nur die politische Herrschaft, sondern auch Rohstoffe sind Grund für Konflikte. Ursprünglich erklärte der letzte Maharadscha Hari Singh am 26. Oktober 1947 den Anschluss seines Fürstenstaates Kaschmir an die Indische Union.

Aufgrund des Kaschmir-Konfliktes kam es zu fünf Kriegen: den indisch-pakistanischen Kriegen von 1947 bis 1949, 1965, 1971 (hier waren allerdings wesentlich die Ereignisse in Bangladesch dominierend) und 1999, sowie zum indisch-chinesischen Grenzkrieg von 1962. Alle drei Konfliktparteien verfügen mittlerweile über Nuklearwaffen. Die Vereinten Nationen unterhalten seit 1949 eine Beobachtermission (seit 1951 UNMOGIP) im Grenzgebiet.

Im August 2019 hob die indische Regierung den Sonderstatus der Region Jammu und Kashmir auf.

Der Staat Palästina wird gegenwärtig von 138 Staaten vollständig diplomatisch anerkannt und ist zum UN-Beobachterstaat aufgewertet worden. Zu vielen anderen Staaten (u. a. den meisten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union) bestehen allerdings nur eingeschränkte diplomatische Beziehungen, die über die PLO laufen. Auch hat Palästina noch kein festes Staatsgebiet – das beanspruchte Territorium steht großteils unter Kontrolle Israels, das die Palästinensischen Autonomiegebiete eingerichtet hat.

Auch der Staat Israel wird nicht von allen, sondern von lediglich 164 UN-Staaten anerkannt.[36]

Als Staat wird – insbesondere von vielen afrikanischen Staaten – die Demokratische Arabische Republik Sahara (Westsahara) anerkannt. Marokko sieht das Territorium als Teil seines historischen Staatsgebiets an und hält es besetzt. Deutschland ist bisher in dieser Frage neutral geblieben und unterstützt die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine friedliche Lösung des Westsaharakonflikts.

Transnistrien (Pridnestrowische Moldauische Republik) ist eine separatistische Region im Osten Moldaus, deren Institutionen unabhängig agieren. Die Machthaber in Tiraspol betrachten Transnistrien als unabhängigen Staat. Der Separatismus in Transnistrien beruht weniger auf einer ethnischen Basis (keine Ethnie hat die Mehrheit in der Region) und mehr auf einer ideologischen Basis (es betrachtet sich als Rest der untergegangenen Sowjetunion). Kein Staat hat bislang deren Unabhängigkeit anerkannt. Aufgrund vorgeworfener Menschenrechtsverletzungen ist es fast vollständig außenpolitisch isoliert. Am 6. März 2006 führte der Nachbarstaat Ukraine eine „wirtschaftliche Blockade“ ein.

Transnistrien ist Mitglied der 2001 gegründeten Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten.

Die Cookinseln sind ein selbstverwaltetes Territorium in freier Assoziierung mit Neuseeland und eine parlamentarisch-demokratische Monarchie im Commonwealth of Nations. Die Cookinseln sind nach der Drei-Elemente-Lehre unabhängig. Jedoch warten viele Staaten und die Vereinten Nationen mit der offiziellen Anerkennung des Landes als unabhängiger souveräner Staat, bis die Cookinseln in freier Selbstbestimmung ihre Assoziierung mit Neuseeland lösen. Dies könnte mittelfristig der Fall sein. Bisher haben u. a. die Bundesrepublik Deutschland (2001), Belgien (2005) sowie die Schweiz (2005) die Cookinseln als unabhängigen Staat völkerrechtlich anerkannt.

Niue ist ein selbstverwaltetes Territorium in freier Assoziierung mit Neuseeland und eine parlamentarisch-demokratische Monarchie im Commonwealth of Nations. Niue ist nach der Drei-Elemente-Lehre unabhängig. Jedoch warten viele Staaten und die Vereinten Nationen mit der offiziellen Anerkennung als unabhängiger souveräner Staat, bis Niue in freier Selbstbestimmung seine Assoziierung mit Neuseeland löst. Dies könnte mittelfristig der Fall sein. Die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Österreich haben Niue als unabhängigen Staat völkerrechtlich bis jetzt nicht anerkannt.

Der Russisch-Ukrainische Krieg begann Ende Februar 2014 in Form eines bewaffneten Konflikts auf der ukrainischen Halbinsel Krim. Im Anschluss an die völkerrechtswidrige Annexion der Krim folgten stetige Schritte weiterer Eskalation durch Russland insbesondere mit dem Aufbau prorussischer bewaffneter Milizen in den ostukrainischen Oblasten Donezk und Luhansk, die dort gemeinsam mit regulären russischen Truppen gegen die ukrainischen Streitkräfte und Freiwilligenmilizen kämpfen (Krieg im Donbas). Die mit internationaler Hilfe zustande gekommenen Minsker Abkommen von September 2014 und Februar 2015 sahen für den Krieg in der Ostukraine einen dauerhaften Waffenstillstand vor; tatsächlich erreicht wurde nur eine Stabilisierung des lokalen Konflikts.

In der Resolution 68/262 der UN-Generalversammlung wurde am 27. März 2014 die territoriale Integrität der Ukraine und die Ungültigkeit des von Russland initiierten Referendums über die Krim festgehalten.[37]

Nach einem relativen Abflauen baute Russland ab Sommer 2021 massiv Truppen an der ukrainischen Grenze auf. Der Anerkennung der „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk folgte ab dem 24. Februar 2022 ein groß angelegter Angriffskrieg durch die russische Armee aus mehreren Richtungen. Infolge dessen besetzte Russland weite Teile der Oblaste Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja und annektierte sie nach völkerrechtlich nicht legitimen Volksabstimmungen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen missbilligte den Angriffskrieg auf das Schärfste (Resolution ES-11/1)[38] und verurteilte die Annexionen (Resolution ES-11/4).[39]

Der völkerrechtliche Status des Kosovo ist umstritten. Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament in der Hauptstadt Priština die Unabhängigkeit des Territoriums von Serbien. Bisher erkennen 115 der 193 UN-Mitgliedstaaten die Republik Kosovo als unabhängig an.[40]

Serbien betrachtet den Kosovo unverändert als seine Autonome Provinz Kosovo und Metochien (Autonomna pokrajina Kosovo i Metohija/Аутономна покрајина Косово и Метохија, kurz Kosmet/Космет; albanisch Krahina Autonome e Kosovës dhe Metohisë). Der Internationale Gerichtshof (IGH) gelangte am 22. Juli 2010 in einem rechtlich nicht bindenden, von der UN-Generalversammlung auf serbische Initiative angeforderten Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo nicht gegen das Völkerrecht verstoße. Gleichzeitig vermied der IGH, den völkerrechtlichen Status des Kosovo zu bewerten und erkannte die Gültigkeit der Resolution des UN-Sicherheitsrates an.[41]

Der Kosovo (vertreten durch die Partei Lidhja Demokratike e Kosovës) war von 1991 bis 2018 Mitglied der Interessenvertretung UNPO.

Aufgrund des Zusammenbruchs Somalias existiert seit 1991 der Staat als unabhängige Republik Somaliland. International wird dessen Souveränität bisher nicht anerkannt.

Somaliland (vertreten durch seine Regierung) ist seit 2004 Mitglied der Interessenvertretung UNPO, die jedoch als nichtstaatliche Organisation völkerrechtlich kaum Gewicht hat.

Die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) ist ein Territorium im Norden der Mittelmeerinsel Zypern, das von der internationalen Staatengemeinschaft mit Ausnahme der Türkei nicht als Staat anerkannt ist und deshalb als stabilisiertes De-facto-Regime bezeichnet wird. Hauptstadt der TRNZ ist Nord-Nikosia (Lefkoşa). In einer Volksabstimmung im April 2004 (Annan-Plan) hatte sich die Bevölkerung für die Wiedervereinigung mit dem griechisch bevölkerten Süden der Insel ausgesprochen, dies fand im Süden jedoch keine Mehrheit. Damit bleibt die Insel faktisch geteilt und die Republik Zypern hat keine Möglichkeit, im Norden zu regieren. Offiziell trat zwar die gesamte Insel Zypern als Staatsgebiet der Republik Zypern der Europäischen Union bei, jedoch mit der Einschränkung, dass die Republik Zypern weder eigenem Recht noch EU-Recht im Nordteil Geltung verschaffen kann. Mit der TRNZ sollen jedoch Verträge über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU geschlossen werden.

Der Heilige Stuhl ist ein allgemein anerkanntes Völkerrechtssubjekt und genießt Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen. Er pflegt diplomatische Beziehungen mit 183 Staaten weltweit (Stand Januar 2020).[42] Der Heilige Stuhl ist nicht mit dem Staat der Vatikanstadt zu verwechseln, der als Staat anerkannt und ebenfalls Völkerrechtssubjekt ist. Normalerweise überlässt die Vatikanstadt ihre diplomatische Vertretung dem Heiligen Stuhl.

Der Souveräne Malteserorden ist ein Völkerrechtssubjekt und genießt Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen. Hierbei handelt es sich um ein Relikt, da der Orden seit 1798, dem Jahr der Vertreibung von der Insel Malta durch Napoléon Bonaparte, über kein Territorium mehr verfügt. Der Orden pflegt diplomatische Beziehungen mit vielen Staaten, etwa Österreich.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist ein allgemein anerkanntes Völkerrechtssubjekt wegen seiner globalen und unparteiischen Arbeit. Es ist das einzige explizit im Völkerrecht benannte Kontrollorgan der Genfer Konventionen. Das Komitee ist ein Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Seine ausschließlich humanitäre Mission ist der Schutz von Leben und Würde der Opfer von Kriegen und innerstaatlichen Konflikten.

Die folgende politische Weltkarte zeigt alle Staaten der Erde (die Grafik ist verweissensitiv, das heißt, die einzelnen Staaten können angeklickt werden):

Weltkarte aller Staaten der Erde
Weltkarte mit Einwohnerzahlen
Weltkarte mit Flächen
Weltkarte mit Bevölkerungsdichten