International Air Transport Association

Die International Air Transport Association (IATA gesprochen [aɪˈɑːtə], englisch für Internationale Luftverkehrs-Vereinigung) wurde als Dachverband der Fluggesellschaften im April 1945 in Havanna auf Kuba gegründet. Sie ist die Nachfolgeorganisation der am 28. August 1919 in Den Haag gegründeten International Air Traffic Association. Ihr Sitz ist in Montreal in Kanada.

Das Ziel der IATA ist, das Lufttransportgewerbe zu „repräsentieren und ihm zu dienen“.[4] Der Branchenverband möchte das Verständnis für die Belange des Lufttransportgewerbes fördern und das „Bewusstsein für die Vorzüge“ schärfen, die die Luftfahrt der globalen Wirtschaft bringt. Weiteres Ziel ist die Förderung des sicheren, planmäßigen und wirtschaftlichen Transportes von Menschen und Gütern in der Luft sowie die Förderung der Zusammenarbeit aller an internationalen Lufttransportdiensten beteiligten Unternehmen.

Der Organisation gehören 300 Fluggesellschaften[3] an, die rund 94 % aller internationalen Flüge durchführen. Mitglieder sind große oder nationale Luftfahrtgesellschaften, die internationale und interkontinentale Flüge durchführen. Billigfluggesellschaften, reine Charterfluggesellschaften sowie Gesellschaften, die nur Inlandsflüge durchführen, sind häufig nicht Mitglieder der IATA.

Mit Flughäfen, Luftfahrtbehörden, Reisebüros, Zuliefer- und Bodenabfertigungsunternehmen, Unternehmen der Luftfahrtindustrie und anderen Interessierten geht die IATA sogenannte strategische Partnerschaften ein, von denen mehr als 300 existieren.

In Deutschland unterhält die Organisation eine Repräsentanz in Frankfurt am Main, in der Schweiz in Genf, für Österreich ist das Büro in Prag zuständig.

Die IATA versucht, die Prozesse im Luftfahrtgeschäft zu vereinfachen. Dies betrifft z. B. die Vereinheitlichung der Tickets und der Gepäckbeförderung. So können Passagiere mit einer einzigen Buchung problemlos mit mehreren Fluggesellschaften reisen und müssen sich dabei auch nicht um das Gepäck kümmern. Ähnliches gilt auch für die Frachtabfertigung.

Der Verband organisiert – mit Ausnahme der USA – weltweit die Abrechnung der Flugtickets, die von Reisebüros mit IATA-Lizenz ausgestellt werden. Jährlich werden mehr als 400 Millionen Tickets über das System ausgestellt. Zusätzlich nimmt die IATA Einfluss auf die Preisbildung im internationalen Flugverkehr.

Für die Luftfahrtunternehmen erstellt sie anonymisierte Statistiken, damit sie sich mit anderen Marktteilnehmern messen können.

IATA-Codes sorgen für die Identifizierbarkeit von Flughäfen, Fluggesellschaften und Flugzeugtypen. IATA-Codes für Flughäfen sind dreistellig, für Fluggesellschaften zweistellig. Es gibt „kontrollierte Duplikate“, und Codes können mit zeitlicher Differenz auch an mehrere Gesellschaften vergeben worden sein; daher lassen IATA-Codes keine eindeutige Zuordnung zu, ein Manko, das die Verwendung der um jeweils eine Stelle erweiterten ICAO-Codes in Diskussion bringt.

Außerdem werden Sicherheitsstandards definiert und auch kontrolliert, die für alle Mitglieder bindend sind.

Die Organisation bietet aber auch Unterstützung für Startup-Airlines, Behörden, Flughäfen usw. an.

Die IATA finanziert sich nicht nur über Mitgliederbeiträge (mind. 15.000 Dollar pro Jahr), sondern auch über den Verkauf von Dienstleistungen, Handbüchern, Statistiken und elektronischer Dokumente.

Die Gründung der Vorgängerorganisation im Jahr 1919, d. h. nur ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zeigte, dass die gesteigerten wirtschaftlichen Möglichkeiten des Flugverkehrs, welche auf Grund der im Krieg erzielten technischen Fortschritte möglich gemacht wurden, schon bald erkannt wurden.

Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die IATA am 19. April 1945 im Hotel Nacional in Havanna neu gegründet. Zum Zeitpunkt ihrer Neugründung gehörten ihr 57 Mitglieder aus 31 überwiegend europäischen und nordamerikanischen Nationen an.

Eine ihrer Hauptfunktionen waren Preisfestsetzung und Leistungsabsprachen im internationalen Luftverkehr, die bis in die 90er-Jahre[5] bzw. bis etwa 2006 wirksam waren und dann – wie auch andere ähnliche Regelungen – aus kartellrechtlichen Gründen beendet wurden.[6]

Die IATA plante ursprünglich bis Ende 2007 die weltweite Einführung elektronischer Flugtickets. Dies soll Einsparungen von bis zu 3 Milliarden US-Dollar jährlich für das internationale Lufttransportgewerbe bringen.[7] Dies bringt eine Ersparnis von neun Dollar pro Buchung und 50.000 weniger gefällte Bäume pro Jahr. Aus diesem Grund wurden am 27. August 2007 zum letzten Mal 16,5 Millionen Tickets von sieben Druckereien bestellt. Bis zum 31. Mai 2008 wurden die Papiertickets an die 60.000 Reisebüros verteilt und seit dem 1. Juni 2008 werden nur noch so genannte E-Tickets ausgestellt.[8]

Um den Interessen regionaler Bedürfnisse entgegenzukommen, unterteilt die IATA die Erde in drei Konferenzgebiete, den sog. Traffic Conference Areas, bei denen die entsprechenden Fluggesellschaften teilnehmen. Die zugeordneten Gebiete entsprechen nicht der sonst üblichen geografischen Unterteilung. Man spricht deshalb auch von der IATA-Geografie. Die bedeutenden Airlines sind Teilnehmer bei allen dieser Konferenzen.

Diese drei Gebiete sind:

Das IATA Clearing House (ICH) mit Sitz in Genf ist die Abrechnungszentrale der IATA-Luftverkehrsgesellschaften. Ausgangs- und Eingangsrechnungen jeder Gesellschaft werden hier saldiert. Die Basis für die Verrechnungen sind die Interline-Abkommen zwischen den Fluggesellschaften. Somit muss eine Airline nur noch mit dem Clearing-House und nicht mehr mit den anderen Airlines verrechnen. Das ICH verrechnet seinerseits mit dem jeweiligen Airline Clearing House (ACH).

Folgende Fluggesellschaften sind Mitglieder der IATA:[3]

Folgende Fluggesellschaften waren Mitglieder der IATA:

(Quelle:[1])