Hindi

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Hindi (हिन्दी hindī /ɦind̪iː/) ist eine indoarische, damit zugleich indoiranische und indogermanische Sprache, die in den meisten nord- und zentralindischen Staaten gesprochen wird und sich von den Prakritsprachen ableitet. Seit 1950 ist es (neben Englisch) die Amtssprache Indiens. Hindi ist eng mit Urdu verwandt.

Unter den meistgesprochenen Sprachen der Welt steht Hindi an dritter Stelle nach Chinesisch und Englisch, noch vor Spanisch. Über 600 Millionen Menschen in Indien und Umgebung gebrauchen es als Mutter- oder Alltagssprache. In Fidschi spricht mehr als ein Drittel der Bevölkerung Fidschi-Hindi, in Guyana und Suriname eine Minderheit, wobei es vor allem in Guyana rasch an Sprechern verliert (das surinamische Hindi wird gelegentlich als Einzelsprache betrachtet).

Hindi wird in Devanagari geschrieben und enthält viele Buchwörter aus dem Sanskrit. Dagegen wird Urdu, als offizielle Sprache Pakistans, mit arabischen Schriftzeichen geschrieben und hat viele Wörter der persischen, türkischen und arabischen Sprache aufgenommen. Beides sind Varietäten des Hindustani.

Die Verwendung von Wörtern unterschiedlicher Herkunft war lange Gegenstand nationaler politischer Bestrebungen. Hindu-Nationalisten ersetzen systematisch Wörter arabischer Herkunft durch Entlehnungen aus dem Sanskrit, um damit ihre kulturelle Eigenständigkeit zu betonen. Ähnliche Bestrebungen zur Förderung von Sanskrit gab es in Form des Popular Sanskrit. Außerdem gibt es eine Vielzahl lokaler Dialekte des Hindi.

Das Wort hindī ist persischen Ursprungs und bedeutet „indisch“. Es wurde ursprünglich von vorislamischen persischen Kaufleuten und Botschaftern in Nordindien verwendet, um sich auf die vorherrschende Sprache Nordindiens, Hindustani, zu beziehen. Später wurde es am Mogulhof für die Unterscheidung der Lokalsprache der Region Delhi vom Persischen verwendet, der damals offiziellen Sprache des Hofes.

Wie für viele andere indische Sprachen wird auch für Hindi angenommen, dass es sich auf dem Weg über das sogenannte Apabhramsha aus dem Prakrit entwickelt hat. Hindi entstand als lokaler Dialekt, wie Braj, Awadhi und schließlich Khari Boli nach der Wende zum 10. Jahrhundert.

Im Vergleich zum Sanskrit sind unter anderem folgende Veränderungen aufgetreten, von denen einige schon im Pali zu finden sind:

In 1000 Jahren islamischen Einflusses gelangten viele persische und arabische Wörter ins Khari Boli. Da auch fast alle arabischen Lehnwörter über das Persische aufgenommen wurden, haben sie nicht den ursprünglichen arabischen Lautstand bewahrt.

Aus dem Portugiesischen sind heute noch einige Lehnwörter im Hindi zu finden; der portugiesische Lautstand lässt sich gut im Hindi verwenden, wie bei mez < mesa ‚Tisch‘, pãv < pão ‚Brot‘, kamīz < camisa ‚Hemd‘.

Im heutigen Hindi werden viele aus dem Englischen stammende Wörter verwendet, wie zum Beispiel ball, bank, film hero, photo. Einige davon werden im heutigen Englisch hingegen kaum mehr verwendet. Durch ältere und jüngere Entlehnungen sowie rein indische Neubildungen ist bei einigen Begriffen eine Vielzahl von Synonymen entstanden: leṭrīn < latrine = urinal = ṭoileṭ ‚Toilette‘ (daneben gibt es noch die ursprünglich aus dem Persischen stammenden Wörter peshāb-khānā, pā-khānā und die formellen Ausdrücke svacchālaya, shaucālaya).

Viele ältere Entlehnungen wurden bereits dem indischen Lautstand angepasst, darunter:

Dabei wurden vor allem die Dentale im Hindi retroflex umgefärbt, was gut zu hören ist, wenn Inder Englisch sprechen.

Einige englische Lehnwörter sind mit indischen Wörtern zu neuen Begriffen kombiniert worden: photo khī̃cnā ‚fotografieren‘, fry karnā ‚braten‘, shark-machlī ‚Hai‘.

Aus dem Hindi sind auch Wörter in andere Sprachen gelangt, wobei Hindi teils die Ursprungssprache, teils nur eine vermittelnde Sprache war. Zu den Hindi-Wörtern im Deutschen gehören: Bungalow (bãglā), Chutney, Dschungel, Kajal, Kummerbund, Monsun (wobei das Hindi-Wort mausam selbst ein Lehnwort aus dem Arabischen ist), Punsch, Shampoo (cāmpnā ‚massieren‘), Veranda.

Die Hindi-Sprachen im weitesten Sinne mit allen Dialekten des Hindi-Gürtels – inklusive Maithili (12 Mio.) und Urdu (51 Mio.) – umfassen 486 Millionen Muttersprachler (Volkszählung 2001). Sie können wie folgt untergliedert werden:

Khari boli ist der Begriff für den westindischen Dialekt der Delhiregion, der sich seit dem 17. Jahrhundert zu einem Prestigedialekt entwickelt hat. Khari boli umfasst mehrere normierte Register, darunter:

Nach der Unabhängigkeit Indiens erarbeitete die indische Regierung folgende Veränderungen:

Hindi umfasst neben 46 Phonemen, die aus dem klassischen Sanskrit stammen, noch sieben zusätzliche Phoneme für Wörter, die aus dem Persischen oder Arabischen kommen.

Die Transliteration erfolgt in dem System IAST (International Alphabet of Sanskrit Transliteration), ITRANS, und IPA.

Der inhärente Vokal (schwa / ə /), der ursprünglich in jeder Silbe enthalten ist, wird in Hindi, wenn in Devanagari (indische Schrift) geschrieben, oftmals bei der Aussprache weggelassen, insbesondere am Wortende, oft aber auch im Wortinneren. Beispiel: मकान (das Haus) wird nicht makāna, sondern makān ausgesprochen.

Alle Vokale können nasaliert werden.

Daneben gibt es noch den Anusvara (ṃ ं), der entweder die Nasalierung des vorhergehenden Vokals oder einen zum folgenden Konsonanten homorganen Nasal anzeigt und den Chandrabindu (ँ).

Außer ṛa und ṛha stammen alle diese Konsonanten aus dem Persischen oder Arabischen, sie kommen im Urdu häufiger vor. Hindisprecher ländlichen Hintergrunds verwechseln oft diese Konsonanten mit den Konsonanten aus dem Sanskrit.

Die Aussprache dieser sogenannten Nukta-Varianten variiert im Sprachgebrauch sehr stark, da viele Sprecher die Phoneme so aussprechen, als würden sie ohne den zusätzlichen Punkt (Nukta) geschrieben (z. B. philm statt film). Es existiert auch die Gegenform, bei der das ph wie f gesprochen wird.

Im Hinblick auf die Grammatik weist Hindi etliche grundlegende Unterschiede zu den älteren indischen Sprachen wie Sanskrit und Pali auf, die wesentlich formenreicher sind: Sanskrit und Pali haben beispielsweise jeweils noch acht Kasus, während es im Hindi nur noch drei sind; die meisten Beziehungen im Satz müssen jetzt durch Postpositionen ausgedrückt werden. Schon im Pali war der Dual nicht mehr existent, auch das Genus Neutrum wurde durch Maskulinum und Femininum verdrängt; übrig geblieben sind lediglich einzelne Formen wie kaun?; koī ‚wer?; jemand‘ (belebt) gegenüber kyā?; kuch ‚was?; etwas‘ (unbelebt). Die meisten Verbformen sind zusammengesetzt aus Verbstamm oder Partizip und einem oder mehreren Hilfsverben. Hindi hat sich somit weit vom ehemals reinen Typus einer flektierenden Sprache entfernt.

Zur Umschrift wird hier der IAST-Standard verwendet, der auch für andere indische Sprachen wie Sanskrit gilt, mit einigen Sonderzeichen für spezielle Hindi-Laute (wie f, q und x):

a wird wie Schwa in ‚Palme‘ gesprochen, ai wie ‚ä‘ in ‚Herz‘, au wie ‚o‘ in ‚offen‘; e wie ‚ee‘ in ‚See‘, o wie ‚o‘ in ‚Ofen‘.

j wird wie ‚dsch‘ in ‚Dschungel‘ gesprochen, c für ‚tsch‘ in ‚deutsch‘, und ś (oder vereinfacht sh) für die beiden sch-Laute, z für stimmhaftes ‚s‘ wie in ‚Sonne‘, x für den ach-Laut, q für uvulares ‚k‘; y für ‚j‘ wie in ‚Jahr‘, v wird wie in ‚Vase‘ gesprochen; doppelt geschriebene Konsonanten sind lang (zum Beispiel cc für [c:] = ‚ttsch‘).

Hindi kennt folgende Arten von Nomen: Substantive, Adjektive und Pronomen. Adjektive und Possessivpronomen stehen vor dem zu bestimmten Substantiv und müssen mit diesem kongruieren. Für die Reihenfolge der Nominalphrasen gilt im Allgemeinen Subjekt – indirektes Objekt – direktes Objekt. Der Rectus Singular (Maskulinum) ist die Zitierform.

Hindi kennt keinen bestimmten Artikel. Als unbestimmter Artikel kann notfalls das unveränderliche Zahlwort ek ‚eins‘ einspringen.

Im Hindi werden nur Maskulinum und Femininum unterschieden, die Klasse der Neutra gibt es nicht mehr. Für die Verteilung der Genera gilt:

Besondere Pluralbildungen:

Substantive haben drei synthetische Kasusformen bewahrt: den „Rektus“ (englisch: direct case), den „Obliquus“ (englisch: oblique case) und den „Vokativ“ (englisch: vocative [case]); nur Personalpronomen haben noch eigene Possessiv- und Dativformen. Der Rektus wird in der sprachwissenschaftlichen Literatur auch direkt als Nominativ eingestuft, hat für einen solchen allerdings ungewöhnliche Eigenschaften.[1]

Für die Verwendung gilt Folgendes:

Die Obliquus-Plural-Endung ist immer , die Vokativ-Plural-Endung immer -o. Bei den übrigen Kasus wird bei Maskulina zwischen TYP 1 (unmarkiert: gar keine Veränderung in diesen Formen) und TYP 2 (markiert) unterschieden. Zu TYP 2 gehören erstens Lehnwörter (v. a. aus dem Sanskrit, Persischen, Arabischen, Englischen) sowie Maskulina, die nicht auf enden. Darüber hinaus gibt es noch als TYP 3 persische Lehnwörter mit speziellen Pluralendungen; diese Substantive werden von Hindi-Sprechern jedoch gewöhnlich wie alle anderen Substantive auf Konsonant behandelt.


Neben den synthetischen Kasus sind viele analytische Neubildungen durch Postpositionen entstanden; Postpositionen entsprechen den Präpositionen im Deutschen, sie werden jedoch nachgestellt. Das voranstehende Substantiv mit allen eventuell dazugehörigen Adjektiven und Genitiv-Postpositionen muss dabei stets in den Obliquus gesetzt werden.

Die Wortgruppe von Substantiv und folgender Genitiv-Postposition verhält sich wie ein Adjektiv, so dass die Postposition entsprechend der Form des folgenden Wortes flektiert wird:

Die zusammengesetzten Postpositionen bestehen aus dem Obliquus der Genitiv-Postposition und einem folgenden Adverb:

Das Hindi kennt die Präposition binā „ohne“, die jedoch auch nachgestellt werden kann (… ke bina).

Adjektive (Eigenschaftswörter) können vor einem zu bestimmenden Substantiv als Attribut stehen, oder aber auch alleine in substantivischer Funktion. In attributiver Funktion sowie prädikativ (zusammen mit der Kopula honā ‚sein‘) gilt ein besonderes, stark eingeschränktes Deklinations-Schema gegenüber der Deklination als Substantiv, in dem der Vokativ stets gleich dem jeweiligen Obliquus ist.

Im Hindi wird zwischen deklinierbaren und undeklinierbaren Adjektiven unterschieden. Ein deklinierbares Adjektiv wird dem zugehörigen Nomen angepasst, ein undeklinierbares bleibt stets unverändert. Eine Reihe von deklinierbaren Adjektiven zeigt in allen Terminationen Nasalierung.

Deklinierbar sind die meisten Adjektive, die auf enden:

Das Suffix sā / ~se / ~sī gibt einem Adjektiv die Abtönung ‚-lich‘ oder ‚ziemlich‘ (wie nīlā ‚blau‘ > nīlā- ‚bläulich‘). Es ist ambig (mehrdeutig), da es die Bedeutung eines Adjektives sowohl verstärken als auch abmildern kann.

Mehr-als-Vergleiche verwenden die Ablativ-Postposition se: hāthī murgeOBL se aur baṛā hai (sinngemäß: ‚der Elefant ist im-Vergleich-zu dem Huhn mehr groß‘) ‚Der Elefant ist größer als das Huhn‘.

Bei einem Vergleich kann das Wort für "mehr" weggelassen werden:

Ohne Vergleichsobjekt ist das nicht möglich:

Personalpronomen haben einen eigenen, vom Nominativ unterschiedenen Akkusativ, der mit den Formen des Dativs übereinstimmt. Das Geschlecht wird überhaupt nicht unterschieden, in der 3. Person jedoch die Entfernung zum Sprecher. Postpositionen werden bei Personalpronomen im Hindi als gebundene Morpheme, im Urdu als freie Partikeln betrachtet.

Besonders in Nordindien wird umgangssprachlich die 1. Person Plural ham ‚wir‘ auch für den Singular ‚ich‘ verwendet

Für die 2. Person gibt es folgende Pronomen:

Als Personalpronomen der 3. Person werden die Demonstrativpronomen (yah ‚dieser hier‘ / vah ‚jener dort‘) verwendet, und zwischen weiblich und männlich wird nicht unterschieden.


Bei ham, tum und āp sind Rectus und Obliquus identisch.

Umgangssprachlich wird der Dativ auch mit der üblichen Partikel ko gebildet: mujh.ko (? mere.ko) ‚mir/mich‘, tujhko ‚dir/dich‘, isko | usko ‚ihm/ihn, ihr/sie‘, hamko ‚uns‘, tūmko ‚euch‘, inko | unko ‚ihnen/sie‘.

Sie werden wie ein Adjektiv an das nachfolgende Substantiv angepasst:

Bei den übrigen Personalpronomen wird der Genitiv genau wie bei Nomen durch die Obliquusform + die veränderliche Postposition gebildet, die wie merā und so weiter dekliniert wird:

jo ist das einzige Relativpronomen. Es wird ähnlich wie yah dekliniert:

Das Interrogativpronomen kaun/kyā kommt in allen Kasus und auch im Plural vor. Im Rectus wird zwischen kaun ‚wer‘ (belebt) und kyā ‚was‘ (unbelebt) unterschieden, in den übrigen Kasus, die genauso wie beim Relativpronomen gebildet werden, gibt es keinen Genus-Unterschied mehr:

Adjektiv steht kaunā ‚welcher‘, das wie ein Adjektiv dekliniert wird.

Viele Indefinitpronomen können auch als Negativpronomen verwendet werden, wenn sie zusammen mit einer Verneinung (in Aussagesätzen nahī̃ ‚nein, nicht‘, in Befehlssätzen auch na, mat) stehen:

kyā am Satzanfang hat die Funktion, den Satz als Entscheidungsfrage (ja/nein) zu kennzeichnen. Dies kann aber auch nur durch bloße Intonation geschehen.

Weitere Indefinitpronomen sind:

kitnā / jitnā / itnā / utnā werden wie Adjektive dekliniert: kitnā (m) / kitnī (f) ‚wie viel?‘ – kitne (m) / kitnī (f) ‚wie viele?‘ und so weiter.

Auch kaisā ‚wie (beschaffen), was für ein‘ (jaisā, aisā und vaisā natürlich auch) wird wie ein Adjektiv dekliniert und muss folglich zusammen mit honā ‚sein‘ an das Subjekt angepasst werden:

Den Stamm eines Verbs erhält man durch Weglassen der Infinitivendung -nā. Einige Verben haben neben diesem Stamm noch weitere, unregelmäßige Stammformen; dies betrifft vor allem die Verben denā ‚geben‘, lenā "nehmen" und jānā ‚gehen‘.

Der bloße Stamm wird vor den Hilfsverben zur Bildung von Verlaufsform und Perfekt verwendet, außerdem noch zur Bildung des tū-Imperativs (siehe Abschnitt Imperativ).

Infinite Formen unterscheiden nicht nach Person und Modus.

Der Infinitiv hat die Endung -nā (z. B. bolnā ‚sprechen‘). Der Infinitiv dient auch als Gerundium. Er kann demnach wie ein Substantiv in den Obliquus gesetzt werden, wie bolne ke liye – wörtlich: ‚für das Sprechen‘ – ‚um zu sprechen‘.

Das Partizip Präsens hat die Endung -tā (wie boltā ‚sprechend‘), das Partizip Perfekt die Endung (wie. bolā ‚gesprochen habend‘).

Das Verbaladverb hat die Endung -(kar)(ke) (wie bol / bolkar / bolke / bolkarke). Es hat keine direkte deutsche Entsprechung; es könnte je nach Zusammenhang etwa übersetzt werden als ‚als/nachdem … gesprochen hat‘ und so weiter.

Das Verb honā "sein" hat seine Personalflexion im Präsens Indikativ erhalten (zum Beispiel: ṭhīk hũ ‚mir geht es gut‘, yah kyā hai? ‚Was ist das?‘). (Es ist aus der Sanskritwurzel bhū- ‚werden‘ entstanden; vergleiche Pali: homi > Hindi ‚ich bin‘.) Es dient als Kopula und hat darüber hinaus die Bedeutung ‚es gibt‘ (wie hoṭel hai? ‚Gibt es ein Hotel?‘):

Die übrigen Verben werden im habituellen Präsens folgendermaßen konjugiert: Vor die jeweilige Form von honā wird das Partizip Präsens eines beliebigen Verbs gestellt, das an das Subjekt angepasst werden muss. Für ein männliches Subjekt hat es die Endungen -tā im Singular (wie kartā ‚ein machender‘), -te im Plural (wie karte ‚mehrere machende‘), für ein weibliches Subjekt ist die Endung immer -tī. Daraus ergibt sich beispielsweise mãi kartī hum (‚ich machende bin‘) ‚ich mache‘ – von einer Frau gesagt.

Wie alle Verben kann auch das Verb honā den Konjunktiv bilden. Dabei hat es allerdings noch zahlreiche Nebenformen, die in Klammern hinzugefügt sind:

Hindi kennt 3 Imperative, deren Verwendung derjenigen der Personalpronomen tū, tum und āp entspricht – die tum- und āp-Imperative können also für eine oder mehrere Personen verwendet werden. Der tū-Imperativ entspricht dem bloßen Stamm eines Verbes, die übrigen Formen werden durch Suffixe gebildet:

Das habituelle Imperfekt wird durch das Partizip Präsens des Hauptverbs + thā gebildet. Beide passen sich dem Subjekt in Numerus und Genus an; dabei hat die weibliche Form thī den unregelmäßigen Plural thī̃:

Das definite Futur wird gebildet, indem das Suffix gā / ge / gī den Formen des Konjunktiv nachgestellt wird. (Es ist eine Kontraktion aus *gaā < gayā, dem Partizip Perfekt von jānā ‚gehen‘). Es wird im Hindi als gebundenes Morphem, im Urdu als eigenes Wort betrachtet.

Es gibt drei imperfektive Verlaufsformen für Präsens, Imperfekt und Futur. Zu ihrer Bildung nimmt man den bloßen Stamm des Hauptverbs (wie kar- ‚mach-‘), hinter dem das Hilfsverb rahnā, ‚bleiben‘ wie jedes andere Verb auch im Präsens Indikativ, Imperfekt und Futur konjugiert wird:

Es gibt drei perfektive Formen (Perfekt für das Präsens, Plusquamperfekt für das Imperfekt und Futur II für das Futur). Zu ihrer Bildung nimmt man den bloßen Stamm des Hauptverbs (wie kar- ‚mach-‘), hinter dem das Hilfsverb liyā oder cukā wie jedes andere Verb auch im Präsens Indikativ, Imperfekt und Futur konjugiert wird. Hierbei ist zu beachten, dass die "-ī"-Form von liyā verkürzt worden ist ( statt liyī):

Mit dem Plusquamperfekt muss man die Postposition ‚ne‘ verwenden.

Das Passiv wird aus dem Partizip Perfekt und dem Hilfsverb jānā ‚gehen‘ gebildet (wie likhnā ‚schreiben‘ > likhā jānā ‚geschrieben werden‘). Der Agens hat die Postposition se.

Intransitive und transitive Verben können grammatikalisch passiviert werden, um körperliches oder geistiges Unvermögen (gewöhnlich in negativem Sinne) anzuzeigen. Intransitive Verben haben darüber hinaus oft passivischen Sinn oder drücken unabsichtliche Handlungen aus.

Die Zahlwörter im Hindi sind unveränderlich. Die Zahlen 11 bis 99 sind allesamt unregelmäßig und müssen einzeln gelernt werden. Zwar reichen die Ähnlichkeiten bei den Zehner- und Einerstellen aus, um die Zahl zu verstehen, aber nicht für eine aktive Beherrschung. Den Zahlen 19, 29, 39, 49, 59, 69 und 79 (aber nicht 89 und 99) liegt die Form "1 von 20, 1 von 30" usw. zugrunde.

Für die Zahlen „hunderttausend“, „zehn Millionen“ und „hundert Millionen“ gibt es spezielle Begriffe. Statt 20 Mio. sagt man also do kroŗ, für fünfhunderttausend oder eine halbe Million pā͂c lākh. Die Zahlwörter Lakh und Crore (= kroŗ) sind auch im indischen Englisch geläufig.

paune … bedeutet ‚… minus ein Viertel‘, also paune do = 1¾, paune tīn = 2¾ und so weiter.

Hindi-Urdu hat wenig unabgeleitete Formen. Adverbien können auf folgende Arten gebildet werden:

Zu den mit j- anlautenden Relativpronomen siehe Abschnitt Relativpronomen.

Abweichend vom Deutschen gilt:

Hindi/Urdu ist also eine im Wesentlichen agglutinierende SOV-Sprache mit gespaltener Ergativität, die in Bezug auf die beiden Genuskategorien (maskulin und feminin), unterschiedliche Pluralbildungen und unregelmäßige Verbformen Überreste eines einstmals flektierenden Charakters bewahrt hat. Ein polysynthetischer Zug entsteht aus der Tendenz zur Verwendung attributiver Wortgruppen statt der Ausnutzung der vorhandenen Relativpronomen. Hindi kennt sowohl rechts- als auch links-verzweigende Phänomene, häufig kommen Abweichungen von der Normalwortstellung vor.

उस आदमी का बेटा विद्यार्थी है |
/us ādmī kā beţā vidyārthī hai/
[us ɑːdmiː kɑː beːʈɑː vidjɑːrthiː hæː]
(wörtlich: dieserOBL MannOBL von Sohn Student ist)
Der Sohn dieses Mannes ist Student.

बच्चे को दूध दीजिए |
/bacce ko dūdh dījiye/
[bəc:eː koː duːdɦ diːdʒieː]
(wörtlich: KindOBL dem Milch geben-Sie.)
Geben Sie dem Kind Milch!

मकान में सात कमरे हैं |
/makān mẽ sāt kamre hãi/
[məkɑːn meː~ sɑːt kəmreː hæː~]
(wörtlich: HausOBL in sieben Zimmer sind.)
Im Haus sind sieben Zimmer.

लड़के बग़ीचे में खेल रहे हैं |
/laŗke baġīce mẽ khel rahe hãi/
[ləɽkeː bəgiːtʃeː meː~ kheːl rəheː hæː~]
(wörtlich: Jungen GartenOBL in spiel gerade-dabei-seiende sind.)
Die Jungen spielen gerade im Garten.

Schreibmaschinentastatur mit Devanagari-Schriftzeichen
Ungefähres Verbreitungsgebiet des Hindi
Amtssprachen in den indischen Bundesstaaten
Der Hindi-Sprachengürtel (rot): Hindi im engeren Sinne (im Zentrum) und Varietäten (zum Beispiel Rajasthani und Bihari)
Straßenschild in Indien mit Angaben in Urdu (oben), Hindi (Mitte) und Englisch (unten)