Guillaume Budé

Guillaume Budé (latinisiert Guglielmus Budaeus; * 26. Januar 1468 in Paris; † 20. August 1540 ebenda) war ein französischer Jurist, Philologe, Humanist, Diplomat und Bibliothekar am Hof von Franz I. Er stand in engem Austausch mit anderen Humanisten der Zeit, darunter Erasmus von Rotterdam und Thomas Morus.

Er war neben Valla, Zasius und Alciato ein juristischer Humanist und gilt als einer der Begründer der juristischen Methodik mos gallicus,[1] einer Methode zur Erschließung des römischen Rechts mittels der Wiederherstellung von Originaltexten sowie der Berücksichtigung geschichtlicher Zusammenhänge.

Im Jahr 1513 wurde er von Papst Leo X. nach Rom gerufen, um das Pontificio Collegio Greco zu leiten.[2] 1514 befreundete sich Budé in Paris mit dem Humanisten Thomas Linacre, den er bei der Drucklegung von dessen Galen-Übersetzungen unterstützte. Auch zu Johann Winter von Andernach bestand eine enge Verbindung.[3] Auf Anregung von Budé gründete König Franz I. 1530 das Collège des trois langues oder Collège des lecteurs du Roi. Auf Budé geht das erste Wörterbuch des Altgriechischen in Europa zurück.

Auf Guillaume Budé als Humanisten und ersten bedeutenden Übersetzer griechischer Texte in die französische Sprache bezieht sich die 1917 gegründete gelehrte Gesellschaft Association Guillaume Budé.

zeitgenössisches Porträt des Guillaume Budé von Jean Clouet
Denkmal des französischen Humanisten Budaeus in Paris
Libri V de Asse et partibus ejus, 1522