Gamepro

Die Gamepro (auch GP, Eigenschreibweise GamePro) ist eine monatlich erscheinende, deutschsprachige Videospiele-Zeitschrift des französischen Verlags Webedia. Es ist eine auf Spielkonsolen spezialisierte Publikation und das Schwestermagazin der PC-Spielezeitschrift GameStar, aus deren Redaktion sie hervorging. Das ursprünglich vom Verlag IDG herausgegebene Magazin trägt den gleichen Namen wie eine ebenfalls von IDG in den USA zwischen 1989 und 2011 verlegte Spielezeitschrift, die jedoch redaktionell eigenständig war und zusätzlich auch PC-Spiele abdeckte. Gamepro erscheint monatlich, normalerweise am ersten Mittwoch des Vormonats und hat pro Ausgabe etwa 110 Seiten, abhängig vor allem von der Anzahl aktuell erschienener Spiele. Sitz der Redaktion ist in Berlin und München.

Das erste deutschsprachige Magazin mit dem Namen Gamepro erschien 9/1994.[1] Das in Lizenz beim MVL Verlag als Gamepro (bzw. GAMEPRO auf dem Cover geschrieben) erschienene Magazin war als Multiplattform-Ergänzung zu ihren Schwesterformaten Gamers und Total! gedacht, die jeweils nur über Sega bzw. Nintendo berichteten. Gamepro behandelte neben Konsolenspielen auch im geringen Umfang Spiele für PCs. Die Redaktion bestand aus in der Branche teilweise bereits sehr bekannten Gesichtern wie Julian Eggebrecht, Hans-Joachim Amann, Klaus-Dieter Hartwig und dem ehemaligen Sega-Europameister Reza Abdolali. Die Zeitschrift wurde allerdings nach nur 14 Ausgaben mit der Ausgabe 11/1995 eingestellt, als der Verlag Konkurs anmeldete.

Die zweite deutsche Variante der Gamepro, diesmal im Eigenverlag durch IDG produziert, startete als ein Sonderheft des Schwestermagazins GameStar. Die Erstausgabe 10_2002[2] als eigenständige Zeitschrift erschien nach nur zehnwöchiger Entwicklungszeit am 1. September 2002 mit Gunnar Lott als Chefredakteur.[3] Seit dieser Ausgabe ist dem Heft eine DVD beigelegt.

In den Ausgaben 01/2007 und 06/2010 wurde das Heft überarbeitet, beispielsweise wurden das Layout und das Wertungssystem geändert. Bis 2016 war es üblich, dass Inhalte von Gamepro.de auch auf der PC-Schwesterseite GameStar.de und andersherum erschienen. Nach der Zusammenführung von Gamepro.de mit Gamespilot.de und der jeweiligen Teams, emanzipierten sich die beiden Seiten voneinander und legen seither den Fokus auf eigenständige Inhalte[4]. Dies geschah unter der Leitung von Rae Grimm, die zuerst als Head of GamePro.de als Redaktionsleiterin und seit Juli 2020 als Chefredakteurin von Gamepro fungiert[5].

Eine Sonderausgabe der Gamepro erschien mit Ausgabe 12/2011. Diese hatte ein komplett goldenes Cover zur Titelstory und Test von Skyward Sword. Der Schriftzug „GamePro“ war dabei ebenfalls golden auf dem (üblichen) blauen Hintergrund. Im Gegensatz zu anderen Magazinen dieses Genres, bei denen Sonderausgaben häufiger vorkommen, war dies die erste und bisher einzige Sonderdesignänderung des Covers seit Bestehen des Heftes.

Am 29. April 2015 wurde die IDG Entertainment Media GmbH von der Muttergesellschaft IDG an das französische Unternehmen Webedia verkauft. Grund sei eine komplette Neuausrichtung Seitens der Muttergesellschaft IDG, die sich nunmehr auf den IT-Bereich spezialisieren möchte und somit ihre Gaming-Bereiche weltweit verkaufen werden.[6]

Regelmäßige Inhalte sind:

Von Beginn an wertete die Gamepro mit dem in Deutschland bei Video- und Computerspielzeitschriften etablierten Prozentsystem.

Für die Spieletests wurde seit Beginn ein einfaches Bewertungssystem verwendet. Für die Bereiche

wurde jeweils eine Wertung in Form von 0 bis 100 Punkten vergeben. Eine Gesamtwertung, in der Gamepro als Spielspaß benannt, wurde unabhängig von den Einzelwertungen vergeben.

In der Ausgabe 01/2007 wurde ein neues Wertungssystem eingeführt. Für die Bereiche

wurden dann eine Wertung von 0 bis 10 Punkten vergeben. Vier Redakteure bewerteten das Spiel ebenfalls von 0 bis 10 Punkten. Aus allen Einzelwertungen errechnete sich die Gesamtwertung, die in Prozent angegeben wurde. Die Multiplayerbewertung hingegen wurde aus dem Gesamtbewertungskasten entfernt und in einen eigenen Wertungskasten, der nicht direkt in die Gesamtwertung mit einfloss, verlegt.

Mit der Ausgabe 06/2010 wurde erneut ein anderes Wertungssystem eingeführt. Man kehrte von der Gesamtbewertung wieder zu der ursprünglichen Wertungsmethode, in der die Redakteure die Gesamtpunktzahl vergaben, zurück. Für Grafik, Sound und Multiplayer wird zwar weiterhin eine Wertung zwischen 0 und 10 Punkten vergeben (alle anderen Bereiche wurden weggelassen), aber diese sind für die Gesamtwertung irrelevant.

Awards werden seit Einführung der Gamepro bei Erreichen einer bestimmten Gesamtwertung an Spiele verliehen. Ab einer Gesamtwertung von 85 Prozent erhält das Spiel einen Gamepro Gold-Award. Spiele mit einer Wertung ab 90 Prozent einen Platin-Award.

Die höchste Wertung in der 20-jährigen Geschichte des Heftes konnten die Spiele Grand Theft Auto V (2013) für Xbox 360, Xbox One, PlayStation 4 und PlayStation 3 sowie The Last of Us: Part 2[7] für die PS4 Pro mit jeweils 97 % erreichen. Red Dead Redemption 2 für PS4 und Xbox One erhielt eine Wertung von 96 %[8].

Weiters erhielten die Titel The Legend of Zelda: Twilight Princess für GameCube (2006) und Wii (2007), God of War II für PlayStation 2 (2007) sowie Grand Theft Auto IV (2008), Red Dead Redemption (2010), Batman: Arkham City (2011) für Xbox 360 und PlayStation 3 und Super Mario Odyssey (2017) je 95 %. Dahinter folgt die GameCube-Fassung von Resident Evil 4 (2005), Super Mario Galaxy (2007) und Super Mario Galaxy 2 (2010) für Wii, The Legend of Zelda: Breath of the Wild (2017) für Nintendo Switch sowie Uncharted 3 (2011) und Killzone 3 für PlayStation 3 mit je 94 %.

Jedes Jahr wird darüber hinaus von den Lesern der Gamepro über das beste Spiel des vergangenen Jahres abgestimmt. Die Spiele werden dann mit der höchsten Auszeichnung „(Konsolen-)Spiel des Jahres“ ausgezeichnet. Neben der höchsten Auszeichnung existieren noch weitere Auszeichnungen, die sich aber jährlich leicht ändern. Seit 2007 heißen die Auszeichnungen GameStars. Im Jahr 2011 fand dementsprechend auch erstmals eine geschlossene Veranstaltung statt für die Preisverleihung Spiele des Jahres 2010 gemeinsam mit dem Schwestermagazin GameStar.

Nachfolgend aufgelistet sind die Spiele des Jahres:

Im vierten Quartal 2014 lag die durchschnittliche monatlich verbreitete Auflage nach IVW bei 17.076 Exemplaren. Dies sind 13,05 Prozent (2.563) weniger Hefte als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Abonnentenzahl nahm innerhalb eines Jahres um 4,72 Prozent auf jetzt 6.903 Abonnenten zu. Damit bezogen 40,42 Prozent der Leser die Zeitschrift im Abonnement.

Im 4. Quartal 2016 nahm der Verlag die Zeitschrift aus der IVW-Zählung heraus.[9] Im Jahr 2020 sowie 2021 wurden laut Verlagsangabe monatlich 15.000 Exemplare gedruckt, wovon rund 10.000 verkauft wurden.[10] Im Jahr 2022 sind es noch monatlich 14.000 gedruckte und 8000 verkaufte Exemplare.[11]

Gamepro.de bietet Neuigkeiten aus dem Bereich Videospiele an, sowie Tests zu Spielen, die auch im Heft erscheinen. Ebenso ein Forum und die Gamepro-Beiträge aus Twitter. Außerdem ist eine Spieledatenbank inklusive aller online veröffentlichten Testartikel, Videos und Vorschauberichten enthalten. In unregelmäßigen Abständen gibt es auch andere Beiträge wie Umfragen, Interviews, Reportagen und Kolumnen.

Am 7. November 2011 wurde die Website grundlegend verändert. Das Design und der Aufbau von gamepro.de und gamestar.de wurden dabei angepasst, um eine deutlichere Verbindung der beiden zu schaffen.[12]

Nach der Zusammenführung von Gamepro und Gamespilot.de (der Schwesterseite von Moviepilot.de mit Fokus auf Videospiele)[13] im November 2016 gab es erneut eine Erneuerung des Designs, bei dem auch die Farbe und das Logo der Webseite verändert wurden.[14] Hinzu kam eine neue und größere Redaktion unter der Leitung von Rae Grimm, damals noch unter Heiko Klinge als Chefredakteur. Im Juni 2020 hat Grimm diese Aufgabe übernommen. Die Mitglieder der Redaktion haben sich seither mehrmals geändert. Aktuell besteht das Kernteam von Gamepro.de aus Grimm, Kai Schmidt, Tobias Veltin, Hannes Rossow, Linda Sprenger, Dennis Michel und Sebastian Zeitz. Ferner gibt es 18 freie Mitarbeiter.[15]

Zurzeit erscheinen in Spanien und Frankreich gleichnamige Schwestermagazine der deutschen Gamepro.

Logo der ursprünglichen Gamepro des MVL Verlages von 1994/1995
Logo bis 2015