De proprietatibus rerum

Der Liber de proprietatibus rerum ist eine Enzyklopädie des Scholastikers Bartholomaeus Anglicus (auch bekannt als Bartholomew the Englishman bzw. Bartholomäus der Engländer; ca. 1190–1250), der das Werk in Magdeburg im 13. Jahrhundert verfasste. Es ist in 19 systematisch gegliederte Bücher unterteilt. Genauer kann das religiös-moralisch intendierte bibelexegetische Werk auf die Zeit zwischen 1231 (als Bartholomaeus nach Magdeburg kam) und 1260 datiert werden, vermutlich wurde es zwischen 1242 und 1247 verfasst.

De proprietatibus rerum ist eines der ersten Nachschlagewerke des Mittelalters, das auch die Pflanzenwelt berücksichtigt; insgesamt umfasst das Werk das ganze Spektrum der damaligen Erkenntnisse.

Die Enzyklopädie wurde über Jahrhunderte genutzt, nachgewiesenermaßen erstmals von dem Prediger Berthold von Regensburg, der in Magdeburg wahrscheinlich in den 1230er Jahren ein Schüler des Bartholomäus Anglicus gewesen war. 1372 wurde sie von dem Augustiner Jean Corbichon im Auftrag Karls V. von Frankreich ins Französische übersetzt. 1398 erschien von John Trevisa eine englische und 1494 eine spanische Übersetzung von Vicente de Burgos, 1485 eine niederländische und 1582 eine englische Übersetzung. Werke, die Teile von De proprietatibus rerum weiterverbreiteten, waren beispielsweise das Compendium theologicae veritatis des Hugo Ripelin von Straßburg, das Buch der Natur des Konrad von Megenberg und das Buch von der natur und eygenschafft der dingk des Zisterziensers Michael Baumann. Viele literarische Werke, unter anderem von Dante und Shakespeare, verwendeten De proprietatibus rerum als Quelle.[1]

De proprietatibus rerum, Lyon 1482, erste Seite (Eisenbibliothek, Schlatt)
Buchdeckel von De proprietatibus rerum, Straßburg 1495