Auslandsvermögen

Als Auslandsvermögen (Abkürzung: AVS) bezeichnet man den Gesamtbestand aller Vermögen, die der Staat, Unternehmen oder Privatpersonen aus einem Land in anderen Ländern – also im Ausland – halten. Dazu gehören beispielsweise Beteiligungen an ausländischen Unternehmen (siehe Direktinvestitionen) und Finanzanlagen in ausländischen Titeln (Portfolioinvestitionen).

Das Auslandsvermögen hängt eng mit der Zahlungsbilanz zusammen. Das Auslandsvermögen enthält den Bestand der Auslandsaktiva und -passiva zu einem bestimmten Zeitpunkt. In der Zahlungsbilanz werden die Kapitalflüsse (Investitionen) während eines bestimmten Zeitraums aufgeführt. Die Kapitalexporte (Investitionen im Ausland) führen zu einer Zunahme der Auslandsaktiva und umgekehrt tragen die Kapitalimporte (ausländische Investitionen im Inland) zum Wachstum der Auslandspassiva bei. Tätigt ein Land mehr Investitionen im Ausland als umgekehrt, d. h. exportiert es netto Kapital, nimmt das Nettovermögen im Ausland zu. Spiegelbildlich dazu weist die Leistungsbilanz in diesem Fall einen Überschuss aus. Die Entwicklung des Auslandsvermögens wird allerdings nicht nur durch die Investitionen, sondern auch durch andere Faktoren beeinflusst. In den Beständen schlagen sich insbesondere die Schwankungen der Wechselkurse und Edelmetallpreise sowie die Veränderung der Aktienkurse nieder.[1]

Auslandsschulden oder die Auslandsverschuldung ist ein Sammelbegriff für alle kurz-, mittel- und langfristigen Verpflichtungen/Verbindlichkeiten einer Volkswirtschaft gegenüber dem Ausland aus dem Handels- und Zahlungsverkehr sowie aus politischen Verpflichtungen, wie z. B. Reparationen.

Das Gegenstück zum Auslandsvermögen eines Landes sind seine Auslandsschulden. Der Saldo zwischen beiden Größen wird als Nettoauslandsvermögen eines Landes bezeichnet, bei einem negativen Saldo als Nettoverschuldung gegenüber dem Ausland. Die Summe der Nettoauslandsvermögen und Nettoauslandsschulden aller Länder ergibt im Saldo immer genau Null. Um Aussagen über den Reichtum einer Volkswirtschaft zu machen, ist das Nettoauslandsvermögen insoweit besser geeignet als das (Brutto-)Auslandsvermögen, da einem hohen Auslandsvermögen eine hohe Auslandsverschuldung gegenüberstehen kann.

Der Auslandsvermögensstatus für Deutschland stellt die Höhe und Struktur der deutschen Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten gegenüber dem Rest der Welt zum jeweiligen Stichtag dar.

Leistungsbilanz (Kumulierte Leistungsbilanzsalden 1980 bis 2008):
grün = positiv, rot = negativ, grau = keine Daten
Nettoauslandsvermögensstatus der USA (1976–2007)