Airbus

Die Airbus SE (von 2000 bis 2013 EADS für European Aeronautic Defence and Space) ist Europas größter Luft- und Raumfahrt- sowie (nach BAE Systems) zweitgrößter Rüstungskonzern. Mit einem Umsatz von rund 52 Milliarden Euro war Airbus im Jahr 2021 das drittgrößte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt. Zum Jahreswechsel 2013/14 übernahm der Konzern den Namen seiner Tochtergesellschaft Airbus S.A.S., die als Flugzeughersteller im Bereich Verkehrsflugzeuge tätig ist. Das Unternehmen beschäftigt an mehr als 70 Entwicklungs- und Produktionsstandorten in Europa sowie in 35 Außenbüros weltweit rund 127.000 Mitarbeiter. Seit der Gründung im Jahr 2000 wird der Konzern an den Börsen Paris und Frankfurt gehandelt und in den französischen Leitindex CAC 40 sowie seit dem 20. September 2021 in den DAX einbezogen.

EADS wurde am 10. Juli 2000 gegründet und hat sich seither zum größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern entwickelt. Er entstand aus einer Fusion der deutschen DASA, der französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen CASA. Der Konzern gliederte sich in folgende Geschäftsbereiche (Divisionen).

Divisionen/operative Struktur (Leitung)

Die Aktienanteile waren bei der Unternehmensgründung wie folgt verteilt:

Im selben Jahr übernahmen der Deutsche Rainer Hertrich sowie der Franzose Phillippe Camus die Positionen der Vorsitzenden (Chief Executive Officers). Aufgrund von Uneinigkeiten zwischen den Anteilhabern von Airbus und der Separierung von BAE Systems integrierte die EADS zu 80 % das Unternehmen Airbus, 20 % hingegen verblieben bei BAE Systems. Aus diesem Grund trug Airbus folgenden Untertitel: „an EADS joint venture with BAE SYSTEMS“ (deutsch: ein Gemeinschaftsunternehmen von EADS und BAE Systems).

Ende des Jahres verkündete Airbus offiziell den Start des A380-Programms, für den bis dahin 50 feste Kaufzusagen eingegangen waren.

Im Jahr 2001 versuchte EADS kontinuierlich, neue Gemeinschaftsunternehmen zu gründen. Daraus resultiert die zu jeweils 50 % der EADS und Thales Nederland gehörende ET Marinesysteme in Wilhelmshaven, die Marinekampfführungssysteme herstellt. Ziel von EADS war eine breitere Positionierung am Markt und die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Auch MBDA ist ein Joint Venture unterschiedlicher Unternehmen wie Aerospatiale Matra Missiles, Matra BAE Dynamics und Alenia Marconi Systems. Dieses Rüstungsunternehmen stellt Lenkflugkörper her, die unter anderem bei den Kampfflugzeugen Eurofighter EF 2000, Dassault Rafale und Saab JAS-39 Gripen zum Einsatz kommen.

Ebenfalls im Jahre 2001 wurde die EADS Aeroframe Services LLC gegründet. Dieses Joint Venture zwischen EADS (81 %) und Northrop Grumman (19 %) ist für die Betreuung aller in Nord- und Südamerika operierenden Airbus-Flugzeuge zuständig. Nach der Entscheidung der polnischen Regierung, ihre Streitkräfte durch die Produkte der EADS aufzurüsten (unter anderem durch die C-295), erwarb die EADS 85 % des Aktienkapitals von „PZL Warszawa Okecie“ und integrierte das Unternehmen mit der neuen Bezeichnung „EADS PZL“ vollständig in EADS. Die EADS konnte durch ein gesteigertes Auftragsvolumen mit Neuaufträgen beim Airbus A380, beim A400M und beim Eurocopter Tiger seine Wettbewerbsfähigkeit vor allem gegenüber der US-amerikanischen Konkurrenz von Boeing stärken.

Neben zahlreichen Neuvorstellungen und Erstflügen (A318, EC 145, Eurocopter Tiger, Eurofighter Typhoon) begann die Produktion des weltweit größten Passagierflugzeugs, des Airbus A380, und die EU erteilte die Genehmigung zum Bau eines eigenen Satellitennavigationssystems namens Galileo.

2002 konnte EADS seinen Umsatz erneut über Aufträge steigern – vor allem im militärischen Sektor und in der Zusammenarbeit mit den USA.

Erstmals gelang es Airbus durch einen Vertrag mit easyJet über 120 Airbus A319, dem Hauptkonkurrenten Boeing im Bereich der Billigfluggesellschaften Marktanteile abzugewinnen. Zugleich übernahm EADS die vollständige Führung von Astrium und Paradigm, nachdem die Anteile von BAE Systems aufgekauft worden waren. EADS wurde erstmals im deutschen MDAX Aktienindex gelistet.

Die vergrößerte Marktpalette und die größere Produktvielfalt der EADS zwangen das Unternehmen zur Neustrukturierung. Daraus ging als einer der fünf Geschäftsbereiche – Divisionen genannt – die EADS Defence and Security Systems hervor. Ziel der neuen Division war die Bündelung der militärischen Geschäftsfelder des Unternehmens. So wurden ihr unter anderem die Geschäftsbereiche Military Aircraft, Defence Electronics, Defense and Communications Systems, Missiles und Services unterstellt.[8]

Der Konzern gliederte sich in folgende Geschäftsbereiche (Divisionen).

Divisionen (Leitung)/operative Struktur (Leitung)

Weiterhin war das Jahr 2003 durch eine Erweiterung der globalen Unternehmensanteile vor allem in den USA und Russland geprägt. Auch die EADS-Tochter Airbus war erfolgreich. So wurde erstmals in der Geschichte der zivilen Luftfahrt das Auftragsvolumen des Hauptkonkurrenten Boeing übertroffen und Airbus somit zum Marktführer beim Bau ziviler Passagierflugzeuge.

Auch der globale Ausbau wurde mit der Gründung der EADS Russland weiter vorangetrieben, dem ersten Konstruktionszentrum von Airbus außerhalb der Gründungsstaaten. Ende des Jahres wurde von der EADS und BAE Systems die Vermarktung der A350 beschlossen. Die Entwicklung dieses Passagierflugzeugs wurde durch potenzielle Kunden kritisiert: es beinhalte gegenüber dem Konkurrenzmodell, der Boeing 787 Dreamliner, zu wenige Innovationen. Dies veranlasste Airbus zu einer Überarbeitung.[9]

Nach heftigen internen Auseinandersetzungen ergaben sich Veränderungen in der Führung. Thomas Enders und Noël Forgeard wurden gleichberechtigte Präsidenten (CEOs) von EADS, während Gustav Humbert die Leitung von Airbus übernahm. Als Konsequenz wurden innerhalb der EADS-Führungsebene ebenfalls zwei Chief Operating Officers – jeweils für Strategie, Internationales Geschäft sowie Finanzen – bestimmt. Diese waren der Franzose Jean-Paul Gut und der Deutsche Hans-Peter Ring. Im Juni 2005 wurde der frühere Geschäftsbereich Aeronautics aufgelöst und ein neuer Geschäftsbereich Eurocopter geschaffen. Die Geschäftseinheiten ATR und EADS Socata wurden unter die direkte Verantwortung des EADS COO gestellt.

Der Konzern gliederte sich 2005 in folgende Geschäftsbereiche (Divisionen).

Divisionen (Leitung)/ operative Struktur (Leitung)

Das Jahr 2005 war vor allem durch die Vorstellung des Airbus A380 geprägt. Aber auch andere wichtige Produkte wie der Eurofighter Typhoon wurden nun erstmals in der Endkonfiguration an die Kunden ausgeliefert.

Am 2. Juli 2006 trat Noël Forgeard als EADS-CEO zurück, sein Nachfolger wurde der bisherige Chef der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF, Louis Gallois. Gleichzeitig trat Gustav Humbert von seiner Funktion als Chef von Airbus zurück. Sein Nachfolger wurde im Juli 2006 Christian Streiff.

Im August 2006 erhielt EADS einen Großauftrag im Umfang von 3 bis 4 Milliarden Euro zum Aufbau eines neuen digitalen Polizeifunknetzes TETRA für Deutschland in Kooperation mit Siemens.[10]

BAE Systems verkaufte für 2,75 Milliarden Euro ihren 20-prozentigen Airbus-Anteil an EADS, die damit Alleineigentümer von Airbus wurde.[11] Ebenfalls im August 2006 kaufte die staatliche russische Außenhandelsbank VTB (früher Vneschtorgbank) 5,02 % der Aktien der EADS. Das Aktienpaket habe etwa 781 Mio. Euro gekostet, berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung Wedomosti. Gemäß der Zeitung sagten russische Regierungsvertreter, Moskau wolle mit dem Engagement langfristig auch Einfluss auf die Führung von EADS nehmen. Die Wneschtorgbank habe zum Einstieg den Kurssturz genutzt, der die EADS-Papiere in den vergangenen Monaten wegen des internen Streits und der Probleme beim Bau des Riesenflugzeugs A380 getroffen hatte. Im Oktober gaben Vertreter der Wneschtorgbank bekannt, dass sie ihren Anteil auf sechs bis sieben Prozent aufgestockt hätten, berichtete das französische Wirtschaftsmagazin Les Echos.[12]

Anfang Oktober 2006 trat Christian Streiff nach nur drei Monaten von seiner Funktion zurück, die nun von Louis Gallois zusätzlich zu seinen Funktionen bei EADS übernommen wurden.[13] Gallois kündigte im Oktober 2006 für die Endmontage der A380 einen Standortwettbewerb zwischen Hamburg und Toulouse an.[14]

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die damalige Daimler-Chrysler AG beabsichtigte, ihren Anteil am EADS-Konzern um 7,5 % zu verringern. Um nicht die Ausgewogenheit der Beteiligung von Frankreich und Deutschland zu gefährden (beide halten 22,49 % der EADS-Anteile), suchte auch die Politik nach Lösungen. Als Kompromiss zeichnete sich die Übernahme des Anteils durch ein Bankenkonsortium ab, ohne einen eigenen Stimmenanteil an EADS zu erwerben. Dadurch schien auch die Teilfinanzierung durch ausländische Banken unproblematisch. Ein Rückkauf durch Daimler-Chrysler könne in mehreren Jahren erfolgen.

2006 gewann die EADS mit der UH-72 Lakota der Tochtergesellschaft Eurocopter erstmals einen Wettbewerb um einen wichtigen Auftrag der US-Armee über 322 Hubschrauber.[15]

Im Juli 2007 stieg Dubai International Capital (DIC) bei EADS ein und erwarb ein Aktienpaket von 3,12 %.

Als eine Folge der Airbus-Krise wurde am 16. Juli 2007 beschlossen, die Doppelspitze bei EADS abzuschaffen; erster alleiniger Konzernchef wurde Louis Gallois, während Thomas Enders die Führung von Airbus übernahm. Um den Einfluss Deutschlands und Frankreichs ausgewogen zu halten, bekam der Deutsche Rüdiger Grube den Vorsitz des Verwaltungsrates.[16]

Im März 2008 erhielt EADS als Partner von Northrop Grumman einen Großauftrag der US-Luftwaffe zur Modernisierung ihrer Tankflugzeug-Flotte. Dabei setzte sich das Konsortium überraschend gegen den Konkurrenten Boeing durch. Der Auftrag hatte ein Volumen von mindestens 35 Mrd. Dollar und umfasste den Bau von 179 Tankflugzeugen des Typs KC-45A, der auf dem Airbus A330 basiert. Ein weiteres Novum war der Produktionsstandort, der in Mobile, Alabama, aufgebaut werden sollte und damit die Verlagerung wesentlicher Produktionsschritte in die USA bedeutete.[17]

Am 10. September 2008 erklärte US-Verteidigungsminister Robert Gates die Vergabe für nichtig und vertagte den Auftrag. Die Folgeregierung solle über den weiteren Verlauf des Angebotsverfahrens entscheiden. Der US-Rechnungshof hatte diesen Schritt bereits im Juni 2008 aufgrund von Fehlern bei der Ausschreibung empfohlen. Vorausgegangen war eine heftige öffentliche Auseinandersetzung über die Nichtberücksichtigung von Boeings KC-767. EADS und der Partner Northrop Grumman gaben am 8. März 2010 bekannt, kein Angebot mehr abgeben zu wollen, nachdem die Ausschreibung so verändert worden war, dass die KC-45A die neuen Anforderungen nicht mehr erfüllen konnte.[18] EADS beteiligte sich mit der Abgabe eines Angebots am 9. Juli 2010 dennoch ein weiteres Mal am Wettbewerb für den Großauftrag, verlor jedoch im Februar 2011 den Zuschlag an Boeing.[19]

Anfang Juli 2009 erhielt die Defence-&-Security-Sparte von EADS nach einer Verhandlungszeit von 13 Jahren einen Vertrag über die Lieferung von Systemen zur Sicherung von 9000 Kilometern Grenze von Saudi-Arabien. Dabei handelt es sich um das weltweit größte Projekt dieser Art.

2010 wurden die Division EADS Defence & Security in Cassidian und die Division EADS Astrium in Astrium umbenannt. Die Geschäftseinheit ATR (Filippo Bagnato) unterstand direkt der Verantwortung des EADS-COO. Der Konzern gliederte sich 2010 in folgende Geschäftsbereiche (Divisionen).[20]

Divisionen (Leitung) / operative Struktur (Leitung)

Gescheiterte Fusion mit BAE

Im Juli 2012 berichtete die Financial Times Deutschland über eine mögliche Übernahme von BAE Systems, einem britischen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern.[21][22][23] Am 10. Oktober 2012 gaben EADS und BAE in einer gemeinsamen Mitteilung das Scheitern der geplanten Fusion bekannt.[24] Die beteiligten Staaten hätten sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, woraufhin beide Unternehmen die Verhandlungen abbrachen.[25] EADS machte die deutsche Bundesregierung für das Scheitern verantwortlich.[26]

Veränderung der Aktionärsstruktur

Im April 2013 trennten sich Lagardère von restlichen EADS-Aktien.[7]

Auf der Halbjahrespressekonferenz am 31. Juli 2013 gab EADS bekannt, dass das Unternehmen ab 1. Januar 2014 in Airbus Group umbenannt werde.[27][28] Außerdem wurde die Zusammenfassung der bisher eigenständigen Sparten Airbus Military, Astrium und Cassidian zur Airbus Defence and Space innerhalb eines Jahres angekündigt. Der Hauptsitz der Airbus Defence and Space ist München.[29]

Die Hauptversammlung der Airbus Group N.V. hat am 27. Mai 2015 die Umwandlung der Airbus Group N.V. in die Rechtsform der Societas Europaea (SE) bekanntgegeben. Demzufolge ändert sich mit Wirkung zum 2. Juni 2015 die Firmierung auf Airbus Group SE. Da sich die Firmenzentrale nicht in Deutschland befindet, unterliegt die Airbus Group nicht der deutschen Mitbestimmung.[30]

Die Airbus Group SE und die größte Division (Geschäftsbereich) Airbus Commercial Aircraft (Airbus S.A.S.) wurden zu einer neuen Gesellschaft Airbus SE zusammengelegt.[31] Im April 2019 hat Guillaume Faury den Posten des CEO von Tom Enders übernommen.[32]

Airbus ist die größte Airbus-Group-Division. Die Typenfamilie der Airbus-Passagierflugzeuge reicht vom kleinsten Airbus A318 bis zum größten Airbus, dem erstmals am 15. Oktober 2007 in Toulouse an Singapore Airlines ausgelieferten Airbus A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt. Zum ersten Mal in seiner Geschichte hatte Airbus (bisher immer der größte Gewinnbringer der Airbus Group) im Jahr 2006 durch die A380-Krise einen Verlust erwirtschaftet.

Die 2014 neu gegründete Division Airbus Defence and Space mit Sitz in Ottobrunn/Taufkirchen bei München fasst die alten EADS-Divisionen Cassidian, Astrium und Airbus Military zusammen. Zu ihrem Produktportfolio zählen militärische Flugzeuge (z. B. Eurofighter Typhoon, Airbus A400M, Airbus A330 MRTT, Airbus C-295 Persuader), Satelliten und Orbitalsysteme, kommerzielle Trägerraketen (ArianeGroup), Lenkflugkörper (MBDA), Verteidigungssysteme, Sicherheitslösungen und Kommunikationstechnologie.

Airbus Helicopters, bis zum 1. Januar 2014 Eurocopter, gegründet 1992, ist heute ein deutsch-französisch-spanischer Teilkonzern und ein Geschäftsbereich der Airbus Group. Im Jahr 2009 festigte Airbus Helicopters seine Position als weltweite Nummer 1 am zivilen und halbstaatlichen Hubschraubermarkt mit einem Umsatz von 4,6 Milliarden Euro, Aufträgen über 344 neue Hubschrauber und einem Anteil von 52 Prozent am zivilen und halbstaatlichen Markt. Zusammengerechnet stellen die Produkte der Gruppe einen Anteil von 30 Prozent am gesamten weltweiten Hubschrauberbestand. Ihre starke weltweite Präsenz unterstützen 18 Tochtergesellschaften in fünf Erdteilen sowie ein dichtes Netz von Vertriebspartnern, zugelassenen Vertragshändlern und Wartungszentren. Gegenwärtig sind mehr als 10.500 Airbus-Helicopters-Hubschrauber für über 2800 Kunden in mehr als 140 Ländern in Betrieb. Airbus Helicopters ist der Hersteller mit der weltweit größten Auswahl an Zivil- und Militärhubschraubern. Die Airbus-Helicopters-Gruppe beschäftigt rund 15.600 Mitarbeiter.

Zum Konzern gehören die Tochterunternehmen Premium Aerotec mit der Fertigung von Strukturen und Fertigungssystemen, Stelia Aerospace – Luftfahrtzulieferer für Struktur- und Außenhaut-Elemente sowie Innenraumausstattung, Airbus Transport International mit fünf Beluga-Transportflugzeugen und die Elbe Flugzeugwerke in Dresden, die auf den Umbau von Passagier- zu Frachtflugzeugen spezialisiert ist und den Strukturtest der A380 durchführt.

Außerdem werden weitere Produkte und Joint-Ventures zum Konzern gezählt: ATR mit Turboprop-Regionalflugzeugen, SOCATA bis zum Verkauf 2009 (heute: Daher Airplane) mit leichten Sport- und Reiseflugzeugen und Tarmac Aerosave, das größte europäische Unternehmen für Flugzeuglagerung, -wartung und -verschrottung.

Die konzernübergreifende Forschung und Entwicklung firmiert unter Airbus Group Innovation (AGI).

Die Unternehmensführung besteht aus einem Board of Directors, das höchstens zwölf Mitglieder umfasst. Diese werden durch die Aktionäre auf der Hauptversammlung ernannt oder abberufen. Aus seiner Mitte bestimmt das Board einen Chief Executive Officer, der unterstützt von einem Executive Committee das Tagesgeschäft leitet.[33]

Auf der Hauptversammlung am 10. April 2019 in Amsterdam wurde der Franzose Guillaume Faury in das Leitungsgremium berufen und anschließend zum CEO ernannt.[34] Er folgt damit auf Thomas Enders.[35]

Aktuelle Aktionärsstruktur (Stand 31. März 2020):[36]

Mit 26,0 % haben die Regierungen in Frankreich, Deutschland sowie Spanien zusammen eine Sperrminorität. An der deutschen Beteiligungsgesellschaft sind auch die Länder Bayern, Bremen, Hamburg und Niedersachsen, in denen sich große Standorte der Airbus SE befinden, beteiligt.

Bei den Auseinandersetzungen mit der US-amerikanischen Konkurrenz werfen sich beide Seiten immer wieder wettbewerbsverzerrende industriepolitische Maßnahmen vor. Dazu gehören neben den eigentlichen Aufträgen auch staatliche Darlehen und Schuldenerlasse. Nach Informationen der FAS summieren sich die europäischen Entwicklungshilfen allein für die A380 auf 3,6 Milliarden Euro, und bei der Rückzahlung von Krediten an die DASA habe Deutschland 1998 auf 7 Milliarden DM verzichtet.[37]

Im Frühjahr 2006 geriet das Unternehmen im Zusammenhang mit der Affäre Clearstream II in Frankreich in die Schlagzeilen. Im Mai 2006 gab der EADS-Vizepräsident Jean-Louis Gergorin zu, Autor anonymer Briefe an Untersuchungsrichter zu sein, in denen Nicolas Sarkozy und andere Politiker fälschlich verdächtigt wurden, über Geheimkonten bei Clearstream Schmiergelder kassiert zu haben. Gergorin wurde von seinem Posten bei EADS suspendiert. Zuvor waren im April 2006 die Büros von Gergorin und anderen EADS-Managern von der französischen Justiz durchsucht worden.

Im Sommer geriet der Co-Chef von EADS, Noël Forgeard, in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er Optionen im Wert von 2,5 Millionen Euro etwa zwei Wochen vor dem Bekanntwerden der Verschiebung des geplanten Auslieferungstermins des neuen Modells A380 verkauft hatte, was allgemein als Anzeichen für ein Insidergeschäft gewertet wird.[38] Forgeard stritt dies ab und gab seinem deutschen Kollegen die Schuld für die Verzögerungen. Am 2. Juli 2006 gab er seinen Rücktritt bekannt.[39]

Im Mai 2011 berichtete der MDR, es lägen neue Belege dafür vor, dass Bundespolizisten im Auftrag der EADS in Saudi-Arabien arbeiteten. Dabei handele es sich um interne Projektpapiere, Verträge und Bilder. Wie das ARD-Magazin FAKT in einem Bericht zeigt, geht daraus hervor, dass die deutschen Beamten saudische Grenzpolizisten nicht nur im Umgang mit den modernen EADS-Geräten schulen, sondern auch für Demonstrationen und Unruhen. Auf einem Videofilm, der FAKT exklusiv vorliege, zeigten die Bundespolizisten, wie man Häuser besetze und durchsuche. Mit dem Wissen der deutschen Beamten könnten die saudischen Sicherheitskräfte noch effizienter gegen die eigene Opposition vorgehen. Seit Monaten würden Demonstrationen in Saudi-Arabien gewaltsam unterbunden. Hintergrund sei ein Auftrag für EADS aus dem Jahr 2009, die 9000 km lange Landesgrenze Saudi-Arabiens mit einer Hightech-Grenzanlage mit Überwachungstechnik, Radaranlagen, Sonaren und Kameras zu sichern. Das Milliardengeschäft für EADS, nach Angaben des Konzerns das weltweit größte Projekt, das jemals als Gesamtlösung vergeben wurde, kam zu Stande, weil die Bundespolizei zeitgleich die Ausbildung der saudischen Sicherheitskräfte übernahm, wie Recherchen des MDR Anfang April ergeben hatten. Der Rüstungskonzern EADS zahle Trainerhonorare an die eingesetzten Bundespolizisten, die ihre Grundgehälter aber weiter vom Bundesinnenministerium und somit vom deutschen Steuerzahler erhalten würden.[40]

Im Jahr 2019 reichten mehrerer Menschenrechtsgruppen, u. a. das European Center for Constitutional and Human Rights, beim Internationalen Strafgerichtshof Anzeige gegen Airbus und Rheinmetall ein. Hintergrund sind Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und dessen Rolle im Jemen-Konflikt.[41]

Im Jahr 2001 wurden Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit einem Rüstungsgroßauftrag in der Republik Südafrika von 1999 erhoben. Ein führender Politiker des Verteidigungskomitees im Parlament wurde in der Folge wegen nicht angezeigter Geschenkannahme für schuldig befunden. EADS gestand offiziell ein, dass der Konzern in 30 Fällen führenden Politikern beim Erhalt von Luxusfahrzeugen „Unterstützung zukommen“ ließ.[42] Das in Südafrika gegen den zuständigen EADS-Manager Michael Wörfel eingeleitete Verfahren wegen Bestechung wurde im Jahr 2003 von dem Regional Court Northern Transvaal eingestellt,[43] ebenso das parallele Verfahren der Staatsanwaltschaft München im Jahr 2004 (Az. 572 Js 39830/01). Wörfel wurde später Leiter der EADS-Außenstelle in der Türkei.[44]

2005 berichteten die Medien über Ermittlungen der rumänischen Staatsanwaltschaft gegen EADS wegen Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit einem ohne öffentliche Ausschreibung vergebenen 650-Millionen-Vertrag zur Grenzsicherung in Rumänien. EADS stand unter dem Verdacht, Rumänien überteuerte Dienstleistungen zu offerieren und Leistungen einzubeziehen, für die bereits PHARE-Gelder bereitgestellt worden waren.[45][46]

In einem Prozess wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr und Untreue zum Schaden von EADS sind 2006/2007 zwei frühere EADS-Manager vom Münchner Landgericht zu Freiheitsstrafen von über zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Gegen einen Subunternehmer wurde in dieser Sache eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verhängt; zwei weitere Subunternehmer wurden wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr verurteilt. Die Unternehmer hatten sich durch Vorteilsgewährungen an die Manager Aufträge für die Digitalisierung technischer Handbücher für das Kampfflugzeug Tornado gesichert.[47] Im November 2007 wurde dann der 51-jährige Angeklagte wegen der Bestechung von EADS-Mitarbeitern zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der frühere Airbus-Mitarbeiter erhielt eine einjährige Bewährungsstrafe.[48][49]

Am 10. April 2007 wurde der Kommandant der österreichischen Luftstreitkräfte (Airchief), Generalmajor Erich Wolf, der an der Beschaffungsentscheidung für 18 österreichische Eurofighter maßgeblich beteiligt war, wegen des Verdachts der falschen Zeugenaussage vor einem Untersuchungsausschuss sowie verbotener Geschenkannahme von einem EADS-Lobbyisten von seinem Amt suspendiert (Eurofighter-Affäre).

Die indische Regierung erhob Korruptionsvorwürfe und stornierte am 7. Dezember 2007 einen Großauftrag für 197 Helikopter im Umfang von 600 Mio. US-Dollar. Die Regierung in Neu-Delhi warf dem Konzern „Unregelmäßigkeiten im Bieterverfahren“ vor. Laut Angaben des indischen Verteidigungsministeriums habe die EADS-Hubschraubersparte Eurocopter zudem die Ausschreibung ursprünglich im Februar 2007 nur „durch die verbotene Nutzung von Mittelsmännern“ für sich entschieden.[50]

Am 6. November 2012 durchsuchte die Münchner Staatsanwaltschaft die Konzernzentrale von EADS Deutschland. Es geht unter anderem um den Verdacht der Bestechung im Zusammenhang mit dem Verkauf von 15 Eurofighter-Kampfflugzeugen an das österreichische Heer.[51]

Im Jahr 2015 veröffentlichte Transparency International UK einen Bericht, in dem von Schmiergeldzahlungen bei Geschäften mit Österreich, Rumänien und Saudi-Arabien die Rede ist.[52]

Stand 2015 verfügte die Airbus Group weltweit über 170 Standorte.[53] Wesentliche Standorte (in Klammern: Beschäftigte per 31. Dezember 2015) befinden sich in Frankreich (50.810), Deutschland (47.796), Spanien (12.521), dem Vereinigten Königreich (12.157), den Vereinigten Staaten (2.821) und weiteren Staaten (10.469)[54], z. B. China, Indien und Polen. In Deutschland verfügt die Airbus Group über 29 Standorte.[55]

Eine Auswahl der Standorte in Europa:

Division Commercial Aircraft

Division Defence and Space

Division Helicopters

Standorte von Tochterfirmen

Sonstige Standorte

Ehemalige Standorte

Aktuelle Unternehmen:
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Ehemalige Unternehmen:
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(Stand: 20. Juni 2022)

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Airbus A380
Im Jahr 2002 wurde der Unterstützungshubschrauber Tiger (UHT) vorgestellt.
Der Eurofighter Typhoon
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